Kostenfaktor

20 Milliarden, wenn alle schnelles Internet wollen

Die Regierung muss offenbar richtig viel Geld in die Hand nehmen, wenn auch der entlegenste Haushalt mit richtig schnellem Internet angebunden werden soll. Das ergab eine neue Studie.

DSL AnschlussSchnelles Internet für alle oder für fast alle?© Silvano Rebai / Fotolia.com

Berlin (red) - Eine Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsminsteriums schlüsselt auf, mit welchen Kosten zu rechnen ist, wenn Deutschland wirklich flächendeckend mit richtig schnellem Internet versorgt werden würde. Wenn ein Breitband-Speed von 50 Mbit/s für 100 Prozent der Bevölkerung verfügbar sein soll, müsste die Regierung dafür schlappe 20 Milliarden Euro in die Hand nehmen, so die Studie. Würde man nicht auf einen Technologie-Mix mit LTE Advanced setzen, sondern ausschließlich Glasfaser verlegen, wären sogar 93 Milliarden Euro für den Ausbau nötig, hieß es.

Angeblich sind die letzten fünf Prozent das Problem

Problematisch daran sind vor allem die 100 Prozent, denn wenn nur 75 Prozent der Haushalte mit mindestens 50 Mbit/s versorgt werden würden, sänken die Kosten deutlich auf fünf Milliarden. Selbst bei einer Erschließung von 95 Prozent der Haushalte lägen die Kosten "nur" bei rund zwölf Milliarden Euro. Die Erschließung der letzten fünf Prozent der Haushalte kostet also knapp acht Milliarden Euro - was Mehrkosten von 65 Prozent bedeuten würde.

Vodafone wundert sich über die hohen Kosten

Wie die Autoren der Studie weiter schreiben, ergäbe sich zum Erreichen von 100 Prozent der Haushalte mit 50 Mbit/s ein durchschnittlicher Investitionsbedarf von 3850 Euro - den Autoren zufolge seien dies "unverhältnismäßig hohe Kosten für die wenigen Haushalte in Randlagen". Derzeit seien übrigens rund 55 Prozent der Haushalte mit mindestens 50 Mbit/s versorgt. Medienberichten zufolge zweifelte Vodafone die hohen Kosten für den Ausbau in Randlagen an. Man sei gehalten gewesen, gerade die strukturschwachen Gebiete zuerst mit LTE auszubauen, und das habe man auch getan.

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