Klage

Amazon wehrt sich gegen gefälschte Bewertungen

Nicht nur für Kunden sind gefälschte Produktbewertungen ein Ärgernis. Online-Riese Amazon hat jetzt zum ersten Mal mehrere Händler verklagt, die offenbar Fake-Bewertungen eingekauft hatten. Der Anteil falscher Bewertungen bei diesen Händlern soll hoch sein.

Amazon © Amazon.com, Inc.

Seattle - Offenbar hat Amazon genug von gefälschten Produktbewertungen: Wie die US-Website "Techcrunch" berichtet, hat der Online-Händler zum ersten Mal drei Händler verklagt.

Bis zu 45 Prozent falsche Bewertungen

Amazon wirft den Unternehmen vor, falsche Produktbewertungen eingekauft zu haben. Laut "Techcrunch" war dies eher die Regel als die Ausnahme: So lag der Anteil an Fake-Bewertungen im Schnitt bei 30 bis 45 Prozent der Gesamtbewertungen der Verkäufer. Mit den Klagen will Amazon den fragwürdigen Händlern nun einen Riegel vorschieben, auch der Zugang zu allen Diensten von Amazon soll den Beschuldigten untersagt werden.

Nach eigenen Angaben ist Amazon seit Anfang 2015 über 1.000 mal gerichtlich gegen Personen vorgegangen, die falsche Bewertungen gegen Bezahlung gepostet haben. Nun geht der Händler auch gegen Verkäufer vor. Laut Amazon soll der Einkauf und Einsatz von geschönten Bewertungen so deutlich weniger attraktiv werden.

Amazon fordert über 25.000 US-Dollar Schadensersatz

Für die Händler dürften sich die gefakten Bewertungen nicht auszahlen - Amazon will den auf seiner Plattform erzielten Gewinn einklagen. Dazu kommen die Gebühren für den Anwalt und das Gericht. Die Summe soll sich auf über 25.000 US-Dollar belaufen.

Amazon gibt sich gelassen und hat nach eigener Aussage alles im Griff: "Ein riesiger Teil unserer Bewertungen ist authentisch", so ein Sprecher des Unternehmens.

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