Kabelfernsehen

Analog-Abschaltung: Was Vodafone und Tele Columbus planen

Die Analog-Abschaltung soll bei Unitymedia im Sommer nächsten Jahres erfolgen. Die anderen großen Kabelanbieter wollten bisher keinen konkreten Termin nennen. Auf der Messe ANGA COM gaben Tele Columbus und Vodafone Auskunft zum aktuellen Stand.

ANGA COM Abschaltung Analog-TVStefan Beberweil von Tele Columbus (2. v. l.) und Annette Schumacher von Vodafone (2. v. r.) können noch keinen Termin für die Abschaltung von Analog-TV nennen.© i12 GmbH

Köln – Österreich ist Deutschland im Hinblick auf die Abschaltung des analogen Fernsehens voraus. Bis September 2016 soll landesweit die Abschaltung erfolgen. In Deutschland hatte der Kölner Kabelnetzbetreiber Unitymedia (www.unitymedia.de) Anfang April als erster der großen Kabelanbieter einen Termin für die komplette Abschaltung des Analog-TVs im Kabelnetz bekanntgegeben: Das Aus des analogen Fernsehens im Netz von Unitymedia soll am 30. Juni 2017 kommen. Doch wie sieht es bei Vodafone (www.vodafone.de/kabel) und Tele Columbus (www.telecolumbus.de) aus? 2018 wurde bereits als mögliches Abschaltjahr ins Spiel gebracht, verbindliche Absprachen gibt es aber bislang nicht. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion auf der Kabelmesse ANGA COM in Köln gaben Stefan Beberweil, Chief Marketing Officer bei Tele Columbus, sowie Annette Schumacher, Head of Regulatory Media & State Aid bei Vodafone, Auskunft zum aktuellen Stand.

Vodafone will Umstieg auf Digital-TV nicht hinauszögern

Vodafone-Managerin Schumacher erläuterte, dass der Kabelnetzbetreiber noch nicht so weit sei, um Analog-TV abschalten zu können. Es gebe aber auch kein einheitliches Ziel in der Kabelbranche – Unitymedia ist hier offenbar die Ausnahme. Laut Schumacher müssten die Kunden mit ins Boot geholt werden. Der Kabelmarkt sei zudem vielfältig, daher brauche es ein kluges Konzept. "Wir wollen den Umstieg nicht hinauszögern", erklärte Schumacher.

Wenn es allerdings nicht gelinge, einen Branchenkompromiss zu erreichen, müsse vielleicht der Gesetzgeber ran. Ein solches Vorgehen wäre aus ihrer Sicht jedoch schade. Vodafone halte einen zeitnahen Kompromiss in der Branche und eine Einigung über das Vorgehen bei der Analogabschaltung aber durchaus für möglich.

Tele Columbus: Analog-Abschaltung nicht übers Knie brechen

Stefan Beberweil sieht eine scharfe Abschaltung zu einem festen Termin, wie von Unitymedia geplant, bei Tele Columbus eher als fraglich an. Der Berliner Kabelnetzbetreiber versuche, alles schrittweise auf digitale Inhalte umzustellen. Eine aktuelle HD-Offensive laufe sehr gut. Die Digital-Quote liege derzeit bei rund 75 Prozent. Unter Berücksichtigung von Erst- und Zweitgeräten würde aber immer noch rund ein Drittel der Kunden Analog-TV nutzen. Daher dürfe man die Analog-Abschaltung nicht übers Knie brechen.

Zudem würden die TV-Sender weiterhin Analogreichweiten nachfragen. Außerdem gebe es auch langfristige Verträge mit der Wohnungswirtschaft, die auch die Belieferung mit analogen Sendern beinhalte. Zugleich verspricht Beberweil aber, dass Tele Columbus analog abschmelzen und mehr digitalisieren wolle. Ein fester Termin für das Aus von Analog-TV bei dem Kabelnetzbetreiber stehe aber noch nicht fest. "Wir tun uns schwer damit, es radikal auf Null runterzufahren", so Beberweil.

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