Google-Konferenz

"Android One" soll Smartphones günstiger machen

Mit Android One sollen noch günstigere Smartphones möglich sein als bisher. Außerdem stellt Google auf seiner Entwicklerkonferenz zahlreiche weitere Neuerungen vor. Vor allem geht es dabei um das Zusammenspiel verschiedenster Geräte.

Android© Google

San Francisco (dpa/red) - Google will mit einer neuen Plattform für günstige Android-Telefone die Spitzenposition seines Betriebssystems weiter ausbauen. "Android One" soll Geräte zum Preis von 99 Dollar ermöglichen, kündigte Google-Manager Sundar Pichai am Mittwoch in San Francisco zum Auftakt der Entwicklerkonferenz Google I/O.

Verbessere Funktionen bei Android "L"

Zugleich kündigte Google die nächste Android-Version an, die bisher nur mit dem Codenamen "L" bezeichnet wird. Sie bekommt optisch ein neues Design sowie verbesserte Funktionen unter anderem bei aktiven Benachrichtigungen, die laufende Apps wie Spiele nicht unterbrechen. Sie unterstützt wie erwartet Chips mit 64-Bit-Technologie, was unter anderem mehr Speicher erlaubt. Zuvor wurde spekuliert, die neue Android-Version könnte "Lollipop" heißen, weil Google bisher verschiedene Süßigkeiten in alphabetischer Reihenfolge durchnahm. Erstmals sollen auch Android-Apps auf Notebooks mit Googles zweitem Betriebssystem Chrome laufen.

Künftig sollen auch ältere Android-Geräte zumindest Sicherheitsupdates bekommen. Diese will Google zentral und unabhängig von den Geräteherstellern über die Play-Dienste anbieten.

Eine Milliarde Android-Nutzer

Android hat einen Anteil von rund 80 Prozent am Smartphone-Markt. Es gibt rund eine Milliarde aktiver Nutzer von Android-Geräten, Google will aber auch verstärkt die Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern wie Indien oder Brasilien vernetzen, die noch keine Smartphones haben. Google reagiert damit unter anderem auf den Vorstoß der Mozilla Stiftung mit Firefox OS. Bei Tablets erreichte Android laut Pichai inzwischen einen Marktanteil von 62 Prozent.

Android überall

Google will sein dominierendes Smartphone-System außerdem auch in Armbanduhren, Autos und im Wohnzimmer etablieren. Der Internet-Konzern demonstrierte, wie verschiedene Geräte der Plattform einander ergänzen können. Neu ist die Plattform Android TV, die Filme, Videos und Spiele auf den Fernseher bringen soll. Android Auto ist eine spezielle Version des Betriebssystems für Fahrzeuge.

Google war bei der rund zweieinhalb Stunden langen Eröffnungs-Keynote besonders bemüht, das Zusammenspiel der verschiedenen Android-Geräte zu demonstrieren. So sieht man auf der Computeruhr, wer gerade anruft und kann sogar das Gespräch ablehnen, ohne das Telefon aus der Tasche nehmen zu müssen. Die Uhr zeigt Benachrichtigen zu anstehenden Terminen oder die Bordkarte fürs Flugzeug an. Und via Bluetooth-Verbindung zur Uhr weiß das Smartphone, dass es gerade der richtige Nutzer in der Hand hält - und fragt keinen Passcode beim Entsperren des Bildschirms an. Während Computeruhren im Mittelpunkt standen, spielte die Datenbrille Google Glass keine Rolle.

Neue Partner für Android im Auto

Android Auto bringt die vom Smartphone bekannte Bedienung auf die Displays der Fahrzeuge. So kann man zum Beispiel auf Musik oder ausgewählte Apps zugreifen. Die Navigation soll von der Verknüpfung der Google-Karten mit Kalender und Adressbuch der Android-Nutzer profitieren. Der Konzern gab am Mittwoch 40 neue Partner bekannt. Darunter sind unter anderem Audi, Volkswagen, Opel, Renault, Fiat und Volvo. Software-Entwickler können speziell Apps für den Einsatz im Auto schreiben. Das System ähnelt dem Konzept "CarPlay" von Apple.

Android TV mit Sprachsteuerung

Mit Android TV macht Google den nächsten Anlauf, auch die Unterhaltung im Wohnzimmer zu übernehmen. Das erste Konzept Google TV war vor einigen Jahren unter anderem an einer zu komplexen Bedienung gescheitert. Android TV soll nun unter anderem mit Sprachsteuerung funktionieren. Die Plattform wird unter anderem von Sony unterstützt. Neben der Integration in Fernseher wird es auch Settop-Boxen geben. Apple und Amazon sind bereits mit ähnlichen Boxen auf dem Markt.

Fitness-Plattform

In der Plattform Google Fit werden Fitness-Informationen von verschiedenen Geräten zusammengeführt. Für Gadgets wie Armbänder mit Schrittzähler gibt es Schnittstellen. Apple geht einen ähnlichen Weg mit der Plattform HealthKit, die für Herbst angekündigt ist.

Quelle: DPA

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