Versuch

App wird Teil eines Filmkonzepts beim ZDF

Zum Thriller "App" gibt es auch die passende App für Smartphone oder Tablet. Damit startet das ZDF nach der ARD ebenfalls den Versuch, Fernsehen und mobile Endgeräte zu verbinden. Der Gedanke dahinter: Zuschauer beschäftigen sich ohnehin nebenbei mit ihrem Smartphone.

Fernseher© Serg Zastavkin / Fotolia.com

Berlin (dpa/red) - Das Angebot ist verführerisch: "Iris" stellt sich vor und bietet Hilfe an und Antworten auf alle Fragen. Doch nachdem Anna (Hannah Hoekstra) die App auf das Smartphone geladen hat, beginnt der Alptraum. Immer stärker wird "Iris" Teil von Annas Leben, ahnt die Wünsche der Studentin, sagt Entscheidungen voraus. Mit dem niederländischen Thriller "App" (Regie: Bobby Boermans) spürt das ZDF am Montag (26. Mai, 22.15 Uhr) den Möglichkeiten der neuen Online-Welt nach. Die Zuschauer können am virtuellen Grusel aktiv teilnehmen.

"Zweiter Bildschirm" greift Gewohnheiten auf

Während sich auf dem Bildschirm der Plot um "Iris" und ihre Hintermänner nach den Regeln des Fernsehens entwickelt, kann der Zuschauer über sein Smartphone oder Tablet die Geschichte hinter der Geschichte mitverfolgen. Zeitungsartikel, SMS-Dialoge, Filmsequenzen und alternative Kameraeinstellungen tauchen immer wieder auf und beleuchten das Geschehen aus einer weiteren Perspektive.

Mit dem "zweiten Bildschirm" greift das ZDF eine wachsende Gewohnheit unter Zuschauern auf. Ob bei der Werbung, einer langweiligen Casting-Show oder wenn es sonst öde wird im Fernsehen: Während das Gerät läuft, posten immer mehr Nutzer Kommentare auf Twitter, googeln nach Zusatzinformationen zu einer Sendung, schreiben Mails oder spielen sonst mit ihren Smartphones. In diesem Fall ist die Anwendung Teil des dramaturgischen Konzepts.

App für iOS und Android

Wer die App zu "App" nutzen will, muss sich die Anwendung vorher auf Apples "App Store" oder Googles "Play Store" herunterladen. Mit dem Beginn des Films muss die Anwendung gestartet werden. Über das Smartphone-Mikrofon entschlüsselt die Applikation dann den Filmton und synchronisiert sich dabei mit dem TV-Geschehen.

Damit auch alles reibungslos läuft, befinden sich alle Daten lokal auf dem Endgerät. Somit ist die Applikation unabhängig etwa vor einer langsamen Internetverbindung oder einem überlasteten Server - Pannen wie beim "Quizduell" sind damit wohl ausgeschlossen. Die App kann man auch im Flugzeugmodus nutzen, dann kann auch kein Fremder das Geschehen im Wohnzimmer mithören.

Neuland für das ZDF

Mit dem Verfahren betritt das ZDF Neuland. Die von einer niederländischen Firma entwickelte App ist für den Zuschauer eine elegante Lösung, TV-Bilder und Smartphone zu verbinden, sagt Frank Baloch, der verantwortliche ZDF-Redakteur. Doch App und Film abzugleichen, sei heute noch zu arbeitsintensiv, um dauerhaft TV-Sendungen damit zu begleiten. Für eine "smarte Koppelung" werde es noch eine ganze Zeit dauern.

"App" ist Teil eines ZDF-Programmschwerpunkts, nach dem Thriller folgt um 23.45 Uhr der US-Spielfilm "Blindes Vertrauen" mit Clive Owen und Catherine Keener. Am Dienstag (20.15 Uhr) und Mittwoch (22.15 Uhr) vertieft das ZDF das Thema Überwachung mit der zweiteiligen Dokumentation "Verschwörung gegen die Freiheit" über die NSA-Aktivitäten, IT-Sicherheit und Spähprogramme.

Quelle: DPA

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