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Abzocke

Auch Niedersachsen offenbar von Datenklau betroffen

Daten mit Namen, Adressen und Bankdaten von rund 17.000 Bundesbürgern wurden illegal gehandelt und genutzt. Auch niedersächsische Verbraucher sind von diesem Datenmissbrauch betroffen. Die Verbraucherzentrale rät zur ständigen Kontrolle der Bankauszüge.

Der Verbraucherzentrale liegen nach eigenen Angaben aktuelle Beschwerden vor, dass ein Glücksspielanbieter nach gesetzeswidriger Telefonwerbung nicht nur Verträge untergeschoben, sondern auch unerlaubt Geld von den Konten abgebucht hat, obwohl die Betroffenen keine Kontodaten weitergegeben hatten.

Das lukrative Geschäft mit Kundendaten

Telefonwerbung ohne ausdrückliches Einverständnis des Verbrauchers ist seit 2004 gesetzlich verboten. Zudem dürfen seit Inkrafttreten des neuen Lotteriestaatsvertrages am 1. Januar 2008 generell keine Lose und Lottoscheine mehr am Telefon angeboten werden. Nach wie vor ignorieren manche Glücksspielanbieter dieses Verbot. Ihr unseriöses Geschäft wird offensichtlich erleichtert, weil hochsensible Kundendaten unkontrolliert und gesetzeswidrig gehandelt werden.

Dazu Karin Goldbeck von der Verbraucherzentrale: "Viele Beschwerden betreffen die Firma LottoTeam aus Köln. Nach Aussagen der Verbraucher kam nach einem Telefonanruf überraschend die Vertragsbestätigung über eine Lottoteilnahme und es erfolgte auch eine Kontoabbuchung, obwohl ausdrücklich keine Einwilligung erteilt wurde."

Kontobewegungen gründlich prüfen

Andreas Gernt, Finanzexperte der Verbraucherzentrale, rät zu einer regelmäßigen gründlichen Prüfung aller Buchungen auf dem Girokonto: "Entdeckt man Fehlbuchungen, muss man sich umgehend an seine Bank wenden und das Konto berichtigen lassen. Das ist problemlos innerhalb von sechs Wochen nach der Abbuchung möglich. Wurden unbefugte Abbuchungen vorgenommen, sollte man unverzüglich Betrugsanzeige bei der Polizei erstatten." Einen hundertprozentigen Schutz vor Datenhandel gebe es nicht. Datenhändler setzten sich immer wieder über das Datenschutzgesetz hinweg.

Der gebetsmühlenhaft vorgetragene Tipp der Verbraucherschützer, an den sich offenbar immer noch (zu) wenige halten: Verbraucher sollten sehr sparsam und vorsichtig mit persönlichen Daten umgehen, es also so weit wie möglich vermeiden, ihre Kontonummer im Internet zu hinterlassen oder am Telefon zu nennen bzw. zu bestätigen.

14.08.2008

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