Schadsoftware

Bericht: NSA wollte App Stores hacken

Medienberichten zufolge hatte der Geheimdienst NSA auch geplant, App Stores anzugreifen. Auf diese Weise sollte Schadsoftware auf Smartphones geschleust werden, um diese auszuspionieren. 2011 und 2012 soll darüber diskutiert worden sein.

Hacker-Angriff© Jürgen Fälchle / Fotolia.com

Washington (AFP/red) - Der US-Geheimdienst NSA soll Medienberichten zufolge Pläne für einen großangelegten Hackerangriff auf die Vertriebsplattformen für Anwendungssoftware von Google und Samsung gemacht haben. Die NSA habe das Vorhaben mit Verbündeten in Großbritannien, Kanada, Neuseeland und Australien entwickelt, berichtete die Nachrichten-Website "The Intercept" am Donnerstag unter Berufung auf ein Dokument, das der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden öffentlich gemacht habe. Der Zusammenschluss der Länder sei unter dem Namen "Fünf Augen" bekannt.

Geheimdienste diskutierten Angriffe auf Google und Samsung

Dem Bericht zufolge wurde das Vorhaben unter dem Namen "Irritant Horn" (etwa Reizmittel-Horn) in den Jahren 2011 und 2012 diskutiert. Die Geheimdienste hätten über Datenverbindungen zu den App Stores des US-Internetriesen Google und des südkoreanischen Elektronikkonzerns Samsung Schadsoftware auf Smartphones installieren wollen, um diese ausforschen zu können. Die Geheimdienste hätten auf diesem Weg auch Gegner mit Falschinformationen in die Irre führen können, hieß es weiter.

Unter anderem Afrika im Visier

Laut "The Intercept" lagen dem Vorhaben Sorgen mit Blick auf einen "weiteren Arabischen Frühling" oder andere Massenbewegungen zugrunde. Die Geheimdienste seien vor allem an Afrika und hier insbesondere am Senegal, Sudan und Kongo interessiert gewesen. Aber auch App-Store-Server in Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz, Russland, Marokko, Kuba und den Bahamas seien im Visier gewesen.

Auch der kanadische Sender CBC News veröffentlichte das Dokument. Die Geheimdienste hätten mit dem Eindringen in die App Stores Daten über mutmaßliche Terroristen und andere Ziele sammeln wollen, wie ihre Online-Recherchen, Sim-Kartennummern und Standortdaten.

Kein Kommentar von der NSA

Die NSA wollte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP zunächst nicht zu den Berichten äußern. Google und Samsung lehnten einen Kommentar ab.

Quelle: AFP

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