szmtag
Alle Jahre wieder

Betrug mit digitalen Weihnachtspostkarten

Same procedure as last year: Digitale Postkarten werden insbesondere an Weihnachten sehr gerne von Internetbetrügern, Spammern und Adressen-Händlern genutzt. Worauf man achten sollte!

Binärcode© Ariusz / Fotolia.com

Hannover/Berlin (ddp/red) - Das Aufkommen an Post ist zum Jahresende traditionell immens - auch im Internet. Sogenannte E-Cards, elektronische Postkarten, erfreuen sich gesteigerter Beliebtheit. Nicht zuletzt, weil sie ohne Umschweife "zugestellt" werden, selbst wenn der Postbote sich schon in die Weihnachtsferien verabschiedet hat. Doch der digitale Gruß birgt seine Risiken.

Eine digitale Grußkarte funktioniert in der Regel so: "Man geht auf die Website des Anbieters, gibt dort einen Grußtext ein und die E-Mail-Adresse des Empfängers", sagt Holger Bleich von der Zeitschrift "c't". "Was der Empfänger bekommt, ist allerdings kein Bild oder Filmchen, sondern ein Link mit der Nachricht 'Für Sie hat jemand eine E-Card hinterlassen, bitte besuchen Sie die Website so-und-so.'" Die Angebote sind in der Regel kostenfrei.

Ähnlich wie beim Phishing

Doch nicht immer führt der Link auf die Webseite, wo harmlose animierte Weihnachtsmänner oder in Flash-Filmchen gegossene Grußbotschaften auf Abruf warten. "Mit E-Cards kann man allerlei Schindluder treiben", warnt Bleich.

Das drohende Szenario gleiche einer klassischen Phishing-Attacke: "Sie werden auf eine fremde Website gelockt. Hinter dem Link kann sich Schadsoftware verbergen oder ein Adressensammler." Eine bessere Möglichkeit als über E-Cards, an validierte, also gültige E-Mail-Adressen, zu kommen, gebe es nicht. E-Cards sind demnach für Internetbetrüger, Spammer und den Handel mit Nutzerdaten mitunter ein ideales Instrument.

Auf den Anbieternamen achten

Mit der unbekümmerten Nutzung digitaler Postkarten gehen Nutzer nach Ansicht des Redakteurs ein unnötiges Risiko ein. Es gebe aber auch "vertrauenswürdige Anbieter" für jene, die ihre Weihnachtsgrüße digital versenden möchten. Als seriös stuft Bleich zum Beispiel die E-Cards von GMX und Web.de ein, die von Zeitschriftenverlagen sowie die des größten einschlägigen Anbieters in Deutschland, edgar.de. "Wenn einem der Service unbekannt ist, sollte man die Finger davon lassen", sagt Bleich.

Um die Echtheit der Botschaft zu prüfen, könne letztlich auch der Absender kontaktiert und gefragt werden, ob er der Urheber der Nachricht sei. Von spontaner, unkomplizierter Weihnachtspost kann dann allerdings keine Rede mehr sein.

Die E-Card zieht ohnehin den Zweifel mancher auf sich, weil sie auch als ein Instrument sozialer Kontrolle gesehen werden kann. "Interessanterweise ist es so, dass der E-Card-Absender in dem Moment, in dem die E-Card-Nachricht abgerufen wird, darüber eine Bestätigungsmeldung wie 'Ihre E-Card wurde abgerufen' bekommt. Es funktioniert wie ein Einschreiben."

Weitere Fallen für gutgläubige Nutzer

Die Gutgläubigkeit in der Weihnachtszeit setzt im Internet auch über E-Cards hinaus negative Energie frei. "Jedes Jahr wieder wird es unter dem Deckmantel der Spendenaufrufe eine Schwemme an Ketten- und Spam-Mails geben, die auf Schadsoftware verweisen", sagt Bleich. Auch mit sogenannten Abofallen betätigen sich die Betrüger im Internet.

Gerade an Heiligabend und den zwei Weihnachtsfeiertagen, wenn "die Administratoren nicht in der Firma sind" und die Spammer wüssten, dass sie Spam-Filter und Mail-Server deshalb einfach überlisten könnten, solle laut Bleich beim Abrufen von Mails Sorgfalt geübt werden: also auf Mails unbekannten Ursprungs nicht reagieren und keine verdächtigen Anhänge öffnen.

Immerhin seien die Entwickler von Antivirensoftware rund um die Uhr auf der Hut: "Signaturen und Updates werden auch an Heiligabend geliefert."

Diese News empfehlen
Das könnte Sie auch interessieren