"Digitalpakt"

Bund will Schulen für digitale Bildung fitmachen

Der Bund will die deutschen Schulen mit einer Fünf-Milliarden-Investition fürs digitale Zeitalter fitmachen. Dazu gehört die Ausstattung mit Breitband, technischen Geräten und WLAN. Der SPD geht der Plan nicht weit genug.

Studenten© Moritz Wussow / Fotolia.com

Berlin – Alle rund 40.000 Schulen in Deutschland sollen in den nächsten fünf Jahren mit einem Fünf-Milliarden-Euro-Programm für digitale Bildung fit gemacht werden. Während der Bund das gesamte Geld geben will, müssten sich die für Schulpolitik zuständigen Länder verpflichten, pädagogische Konzepte, Aus- und Fortbildung von Lehrern sowie gemeinsame technische Standards umzusetzen. Dies sehen Pläne für einen "Digitalpakt" vor, den Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) am Mittwoch in Berlin vorstellte.

Flächendeckend digitalisierte Schulen

Ihr Ziel sei, "Grundschulen, weiterführende allgemeinbildende Schulen und Berufsschulen flächendeckend mit digitaler Ausstattung wie Breitbandanbindung, WLAN und Geräten zu versorgen". Wanka betonte, dass es dem Bund um sehr konkrete Vereinbarungen gehe. "Technik ist kein Selbstzweck, das Lernen mit digitalen Medien muss einen Mehrwert haben. Ohne pädagogische Konzepte ist es rausgeschmissenes Geld."

Kooperation von Bund und Ländern möglich?

Über einen entsprechenden Pakt wolle sie schon in Kürze mit den Ländern sprechen, ehe das Digitalisierungsprogramm für die Schulen nach der Bundestagswahl 2017 in Koalitionsverhandlungen eingebracht werden könne. "Je weiter wir bis dahin kommen, desto besser." Wanka geht davon aus, den Milliarden-Beitrag des Bundes absichern zu können. Grundlage für eine rasche Vereinbarung sei der Artikel 91c des Grundgesetzes, sagte die Ministerin mit Blick auf das "Kooperationsverbot" von Bund und Ländern im Schulbereich. Der Passus ermögliche die Zusammenarbeit im Bereich Informationstechnik, eine Grundgesetzänderung sei also nicht notwendig.

Deutschland müsse die Chancen digitaler Bildung "viel stärker nutzen als bisher", betonte Wanka. Es gehe ihr um "einen großen Sprung nach vorn". Die Ministerin verwies auf Studien, wonach Deutschland sowohl bei Computer-Kompetenzen der Schüler als auch bei der IT-Ausstattung von Schulen "nicht an der Spitze" liege. Der Bund sehe sich daher als Schrittmacher.

SPD: "Erster Schritt in die richtige Richtung"

Die SPD setzt neben der Digitalisierung auf eine Gesamtstrategie, die beispielsweise die Sanierung maroder Schulgebäude einschließt. Der stellvertretende SPD-Fraktionschef Hubertus Heil sagte über Wankas Vorschlag: "Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung." Es reiche aber nicht aus, Schulen nur digital voranzubringen. Bund, Länder und Kommunen sollten "eine umfassende Bildungsallianz" beschließen, Wankas Idee greife daher zu kurz. Das von der SPD geplante Schulprogramm für digitale Ausstattung, moderne Schulgebäude und mehr Ganztagsunterricht soll neun Milliarden Euro kosten.

Quelle: DPA

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