Urteil

Countdowns in Online-Shops können irreführend sein

Ein Countdown im Online-Shop deutet darauf hin, dass ein Angebot nur für eine begrenzte Zeit verfügbar ist. Wird die Uhr nach Ablauf der Zeit einfach zurückgestellt, ist das ein schwerer Wettbewerbsverstoß, urteilt das Landgericht Bochum.

Online-ShoppingDas Landgericht Bochum hat ein Urteil zu Countdown-Angeboten in Onlineshops gefällt.© Denys Prykhodov / Fotolia.com

Bochum - Verwenden Onlineshops eine rückwärts laufende Uhr, um die begrenzte Dauer eines Angebots werbewirksam zu unterstreichen, muss die Offerte nach Ablauf der eingestellten Zeit auch beendet werden. Das geht aus einem Urteil des Landgerichts Bochum hervor (Az.: 14 O 55/15, Urteil vom 10. September 2015).

Richter: Schwerer Wettbewerbsverstoß

In dem Fall hatte ein Händler eine Handyhülle zu einem günstigeren Preis als die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers beworben und neben dem Angebot eine rückwärts laufende Uhr eingeblendet, der ein "nur noch" vorangestellt war. Allerdings begann die eingestellte Laufzeit von 96 Stunden nach Ablauf jedes Mal erneut.

Deshalb mahnte ein Mitbewerber den Händler ab und klagte schließlich gegen ihn - mit Erfolg: Das wiederholte Einstellen der abgelaufenen Uhr stelle einen schweren Wettbewerbsverstoß dar, so die Richter. Dem Kunden werde suggeriert, das Angebot bestünde nur eine begrenzte Zeit.

Kunde wird vorgegaukelt, er könne ein Angebot verpassen

Dies sei aber wegen des ständigen Neustellens der Uhr nicht der Fall. Verbunden mit der intensiv beworbenen erheblichen Preisreduzierung schaffe dies eine zusätzliche Motivation für den Kunden, schnell zu entscheiden, um das Angebot nicht zu verpassen. Dies sei jedoch irreführend. Auf die Entscheidung weist die Arbeitsgemeinschaft IT-Recht im Deutschen Anwaltverein hin.

Quelle: DPA

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