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DSL-Ausbau

Die Telekom macht der DSL-Diaspora neue Hoffnung

Noch in diesem Jahr will der Marktführer rund doppelt so viele Gemeinden neu ans Netz bringen wie im Vorjahr. Das geschieht auf Basis von Kooperationen; selber buddeln müssen die Anwohner aber im Regelfall nicht.

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Bonn (afp/red) - Im Bemühen um eine flächendeckende Versorgung mit schnellen Internetanschlüssen hierzulande will die Deutsche Telekom mit deutlich mehr Gemeinden zusammenarbeiten als bislang geplant. Das Unternehmen wolle dieses Jahr etwa 750 Kooperationsverträge mit Kommunen abschließen, teilte es am Dienstag mit. Dies sind demnach fast doppelt so viele wie noch im vergangenen Jahr. Bislang hat die Telekom in diesem Jahr nach eigenen Angaben 500 Verträge abgeschlossen.

Der Ausbau kann auch ein Zuschussgeschäft sein

In vielen ländlichen Gebieten in Deutschland sind bislang keine DSL-Anschlüsse für einen schnellen Internetzugang verfügbar. Der Ausbau lohnt sich für Unternehmen wie die Telekom normalerweise nicht, da die Investitionen hoch sind, die Zahl der Kunden aber gering ist. Einige Gemeinden und Bürgerinitiativen gehen daher Kooperationen für den Ausbau mit Telekommunikationsanbietern ein.

Erneuter Aufruf an den Wettbewerb

Erneut nahm die Telekom auch ihre Wettbewerber in die Pflicht. Man könne den flächendeckenden Breitband Ausbau in Deutschland nicht alleine bewältigen, sagte Telekom-Vorstand Niek van Damme: "Mit einem Marktanteil von 50 Prozent können wir nicht 100 Prozent des Ausbaus stemmen". Der Konzern hat nach eigenen Angaben seit der Einführung von DSL im Jahr 1999 mehr als zehn Milliarden Euro in moderne TK-Infrastruktur investiert.

DSL zum Selbergraben

Inzwischen nehmen immer mehr Gemeinden in Deutschland die Sache selbst in die Hand. Teilweise werden alternative Anbieter aus den Bereichen Funk und Satellit gesucht, doch immer häufiger entscheiden sich von der Highspeed-Autobahn abgeschnittene Ortschaften, das Netz einfach selbst zu bauen. Bundesweit bekannt wurden in den vergangenen Monaten etwa die Gemeinden Hegensdorf und Waldstetten, die selbst zur Schaufel griffen, um eine Anbindung ans Telekom-Netz herzustellen.

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