Selbstkritik

Drossel-Diskussion: Telekom räumt Fehler ein

In der anhaltenden Diskussion um eine Tempobremse im Internet hat der oberste Telekom-Chef kurz vor seinem Abschied Fehler eingeräumt. Die Debatte sei eine "Steilvorlage für alle Kritiker" gewesen.

René Obermann© Deutsche Telekom AG

Bonn/Linden (red) - Kurz vor seinem selbst gewählten Abschied von der Telekom (www.telekom.de) gab sich René Obermann durchaus selbstkritisch. Die wochenlange Diskussion um eine Tempobremse im Internet habe man selbst verschuldet - "weil wir reichlich ungeschickt kommuniziert haben", so der scheidende Telekom-Chef in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Obermann bezeichnete die seit April laufende Diskussion als "eine Steilvorlage für alle Kritiker".

Mangel an Transparenz: Die Branche habe viel nachzuholen

Die Debatte wurde losgetreten, nachdem der Ex-Monopolist ankündigte, künftig seine DSL-Tarife zu drosseln. Zwar schränkte man ein, vor 2016 werde das nicht geschehen, doch der Aufruhr war groß - in Zeiten einer andauernden Diskussion über ein "Internet zweiter Klasse" erwartbar. Obermann sagte, die gesamte TK-Branche habe daran zu arbeiten, ihre Angebote verständlicher zu machen. Die Kunden verstünden die Tarife oft nicht. Daran werde man arbeiten, so Obermann, der zum Jahreswechsel die Telekom Richtung Niederlande verlässt und beim niederländischen Kabel- und Internetanbieter Ziggo anheuert.

Top