Kürschnergate

E-Mails "an alle" überschwemmen den Bundestag

Die Mitarbeiterin einer Grünen-Abgeordneten hat den Bundestag mehr oder weniger arbeitsunfähig gemacht. Indem sie eine Mail an eine Kollegin aus Versehen an über 4000 Adressen schickte, löste sie eine Flut von Antwortmails - und Belustigung - aus.

@-Zeichen© lichtmeister / Fotolia.com

Mainz/Berlin (red) - Die Stelle für Infomaterial hatte allen mitgeteilt, das Handbuch "Gesetzliche Grundlagen, Geschäftsordnungen. Deutscher Bundestag - Bundesrat - Bundesregierung", auch unter dem Namen "Kürschner" bekannt, sei eingetroffen.

"Liebe Britta, wenn Ihr euch eindeckt, bringt Ihr mir eins mit? Danke und herzliche Grüße Babette". So lautete die Mail, die eigentlich nur an eine Kollegin gehen sollte. Stattdessen beglückte Babette Schulz, Mitarbeiterin der Abgeordneten Sylvia Kotting-Uhl, den ganzen Bundestag mit der E-Mail. Das seien insgesamt über 4000 Rechner allein für die Abgeordneten, dazu die Rechner der Verwaltung und der Fraktionen, so heute.de im Bericht dazu.

"Ich grüße hiermit meine Mutti"

Heute.de zufolge wurde die Mailflut zwei Stunden nach der Nachricht von Babette Schulz durch einen Mitarbeiter ausgelöst, der an alle eine Mail mit ironischen Regeln für Mailversender schickte. Dort heißt es nämlich "Versenden Sie Mails an alle". Danach gab es wohl kein Halten mehr.

"Ich grüße hiermit meine Mutti", schrieb einer und klickte ebenfalls auf "allen antworten". Dieser und weitere heitere Beiträge sorgten für neue Mails im Sekundentakt. "Ich sehe auf meinem Bildschirm gar nichts mehr außer den Kürschner-Mails", so Frank Bergmann, der Chef von cducsu.de. Es folgte eine Flut von Twitter-Einträgen mit dem Tag "Kürschnergate" und die Facebook-Gruppe "Babette war's", die aber schon wieder gelöscht wurde. Es sei wie Speeddating im Bundestag, denn man würde im Sekundentakt neue Leute kennenlernen, so ein anderer Mitarbeiter. Und ein weiterer schlug vor, es könnten sich doch alle treffen, um den Kürschner gemeinsam abzuholen.

Babette Schulz selbst nimmt die Geschichte mit Humor. Zuerst war es ihr gar nicht bewusst, dann hätten die überwiegend netten und humorvollen Reaktionen sie zum Lachen gebracht, sagte sie heute.de

Diese News empfehlen
Das könnte Sie auch interessieren