Ende des "Routerzwangs"

Freie Routerwahl bei Unitymedia: Was ist mit Bestandskunden?

Gilt die Abschaffung des Routerzwangs nur für Neukunden oder auch für Bestandskunden? Der Gesetzestext wird durchaus unterschiedlich interpretiert. Kabelnetzbetreiber Unitymedia erklärt nun, wie man es ab August handhaben will.

AVM Fritz!Box 6490 Cable FrontUnitymedia stellt seinen Internet-Kunden unter anderem die Fritz!Box 6490 Cable zur Verfügung.© onlinekosten.de

Köln - Es war ein langes Ringen um die Abschaffung des sogenannten "Routerzwangs". Ende Januar 2016 wurde das "Gesetz zur Auswahl und zum Anschluss von Telekommunikationsendgeräten" im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Es tritt am 1. August dieses Jahres in Kraft und soll Kunden die freie Wahl eines Routers ermöglichen. Derzeit sind die Internetnutzer bei mehreren Anbietern verpflichtend auf die Nutzung bestimmter Router angewiesen, die ihnen der Provider - teils kostenpflichtig - bereitstellt. Doch spielen da auch die Kabelnetzbetreiber mit? Im Februar hatten sowohl Vodafone (www.vodafone.de/kabel) als auch Unitymedia (www.unitymedia.de) darauf verwiesen, dass man an entsprechenden Regelungen arbeite.

Implementierung des Gesetzes steht noch nicht final fest

"Im Kabelbereich arbeiten wir derzeit daran, alle notwendigen Vorkehrungen zu treffen und die erforderliche Schnittstellenbeschreibung zum Einsatz vom Kabelmodems / -routern für interessierte Hersteller fertigzustellen. Deshalb können derzeit noch keine kundeneigenen Kabelmodems am Netz von Vodafone Kabel Deutschland eingesetzt werden", so ein Sprecher von Vodafone damals. Und Unitymedia antwortete unserer Redaktion im Februar auf unsere Anfrage: " Wir werden unsere Produkte natürlich immer gesetzeskonform anbieten, die freie Wahl eines Routers auch für unsere Kunden ermöglichen. Wir arbeiten aktuell an der Umsetzung der Gesetzesvorlage; die Art und Weise der Implementierung steht noch nicht final fest".

Unitymedia will allen Internetkunden Zugangsdaten bereitstellen

Nun gibt es aber gute Nachrichten: Auf Anfrage unserer Redaktion erklärte ein Unitymedia-Sprecher, dass die für die Nutzung des Internetzugangs erforderlichen Zugangsdaten ab August nicht nur Neukunden zur Verfügung gestellt werden, sondern auch Bestandskunden. Und zwar unabhängig von einer Vertragsverlängerung. Die genauen Details der Umsetzung des Gesetzes werde der Kabelnetzbetreiber aber erst zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgeben. Nach Ansicht von Unitymedia gehe das Unternehmen mit diesem Schritt über die rechtlichen Verpflichtungen des neuen Gesetzes hinaus. Laut Interpretation des Kabelnetzbetreibers sei die Herausgabe der Zugangsdaten nur bei Vertragsabschluss und somit eigentlich nur für Neukunden erforderlich.

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