Überblick

Google fährt zahlreiche Neuheiten auf

Google hat bei seiner jährlichen Entwicklerkonferenz Google I/O zahlreiche Neuigkeiten vorgestellt. Zu den wichtigsten zählen das neue Betriebssystem Android M und der Bezahldienst Android Pay. Maps soll man künftig auch offline nutzen können.

Google

San Francisco (dpa/red) - Google hofft, mit der Macht der Daten-Analyse den Alltag zu verbessern. Die Devise ist: Informationen liefern, noch bevor man weiß, das man sie braucht. Doch das setzt das Vertrauen der Menschen voraus, die dafür ihre Informationen bei Google speichern müssen.

Neuheiten im Überblick

Google will mit smarter Software eine größere Rolle im Leben der Internet-Nutzer übernehmen. Der Internet-Konzern stellte am Donnerstag unter anderem einen neuen Foto-Service vor, der Bilder automatisch nach dem Inhalt sortieren und einfach durchsuchbar machen soll. Die Fotos können kostenlos und unbegrenzt gespeichert werden. Das neue Smartphone-Betriebssystem Android "M" soll Nutzern die im aktuellen Moment nötigen Informationen bereitstellen. Zudem wird es ein Bezahlsystem für Android-Telefone sowie feinere Einstellungen zur Privatsphäre geben. Und die Google-Karten wird man auch herunterladen und ohne Internet-Zugang nutzen können.

Neue Foto-Plattform für PC und Mobilgeräte

Googles neue Foto-Plattform wird auch auf Apples iPhones und iPads sowie auf Computern über das Web verfügbar sein. Die Nutzer können uneingeschränkt Bilder zu Google hochladen, bis zu einer Größe von jeweils 16 Megapixeln wird die Original-Auflösung beibehalten. Die Fotos können dann über alle möglichen Geräte abgerufen werden. Man kann die Bilder chronologisch anordnen lassen. Die Software erkennt aber auch automatisch Personen, Orte oder Gegenstände in den Bildern und kann sie danach sortieren. Oder man sucht nach einem Begriff wie "Schneesturm" - und Google sucht die entsprechenden Bilder heraus, ohne dass sie vorher verschlagwortet werden müssten.

Android M wird schlauer - und will mehr Daten

Das System Android "M" soll sich besser als frühere Versionen danach richten, wo sich der Nutzer gerade aufhält und wie es ihm helfen kann. Zum Beispiel soll die Software automatisch eine Erinnerung erstellen, die fertige Wäsche aus der Reinigung abzuholen, wenn sie mitbekommt, dass diese Aufgabe gerade vergessen wurde. Das Smartphone soll auch den Weg zum geparkten Auto anzeigen oder rechtzeitig die Reise-Planung samt Boarding-Pässe für einen Flug anzeigen.

Die Funktionen sollen auch verschiedene Apps intelligent mit Google-Services wie der Suche verknüpfen. In einem Beispiel auf der Bühne reichte es aus, während ein Song des Musiker Skrillex spielte, zu fragen: "Wie ist sein richtiger Name?" Die Software lieferte die richtige Antwort: Sonny John Moore. Das ist weniger trivial als es auf den ersten Blick erscheinen mag - denn das heißt, das Google-Programm wusste, welcher Song gerade lief, und folgerte auch korrekt, dass es bei der Frage um den Künstler ging.

Google-Suche wird an mobile Nutzung angepasst

Entsprechend werden die neuen smarten Google-Funktionen einen weitreichenden Datenzugriff erfordern, damit die Software genug Informationen hat, um den Kontext zu erkennen. Zugleich passt Google seine Suchmaschine damit stärker an die Nutzung in der Smartphone-Ära an, in der man nicht mehr unbedingt Suchbegriffe per Hand eintippen muss.

Gleichzeitig gibt Google den Nutzern mehr Kontrolle darüber, auf welche Informationen Apps auf ihren Android-Geräten zugreifen können. Die einzelnen Berechtigungen etwa für E-Mail, Ortungsdienste oder Kalender-Einträge können nun einzeln vergeben werden.

Android Pay für NFC-Smartphones

Mit dem für Sommer angekündigten Bezahl-Service Android Pay wird man sowohl in Läden als auch in Apps auf den Geräten bezahlen können. Google kooperiert dabei mit Zahlungs-Abwicklern wie Mastercard oder Visa. Der Service soll für alle Android-Smartphones verfügbar sein, die mit NFC-Nahfunk ausgerüstet sind, kündigte der Internet-Konzern am Donnerstag auf der Entwickler-Konferenz Google I/O in San Francisco an. Eine weitere Voraussetzung ist, dass sie die Betriebssystem-Version Android 4.4 "Lollipop" unterstützen.

Was gibt es sonst noch Neues?

3D-Brille aus Pappe

Die faltbare Papp-Brille "Cardboard", in die man ein Smartphone hineinsteckt, um in virtuelle 3D-Welten einzutauchen, will Google auch in Schulen bringen. Dabei werden die Geräte der Schüler mit dem des Lehrers synchronisiert, damit sich eine Klasse Bilder aus anderen Ländern ansehen kann. Das Know-How für das System aus 16 Kameras, das man braucht, um entsprechende Aufnahmen zu machen, will Google allen Herstellern zur Verfügung stellen. Ein erster Partner ist der Action-Kamera-Spezialist GoPro.

Android light

Für das sogenannte "Internet der Dinge" gibt es außerdem die abgespeckte Android-Variante "Brillo". Über das Protokoll "Weaver" sollen verschiedenste Geräte miteinander kommunizieren können. Google macht damit - wie viele andere Anbieter - den Versuch, in dem heute zersplitterten Geschäft einen Standard zu etablieren.

Google-Karten offline nutzen

Google-Karten gibt es künftig auch offline. Bisher musste man zum Beispiel im Ausland auf Kartendienste anderer Anbieter ausweichen, wenn man sich ohne Internet-Verbindung orientieren wollte. Demnächst können auch bei Google Karten heruntergeladen werden, die Routen-Anweisungen funktionieren trotzdem.

Quelle: DPA

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