Suchergebnisse

Google wird mit Löschanfragen überhäuft

Einer aktuellen Umfrage zufolge will gut jeder Zweite sein Recht nutzen, bei Google Suchergebnisse entfernen zu lassen. Der Europäische Gerichtshof hatte entschieden, dass EU-Bürger in bestimmten Fällen verlangen können, dass Suchergebnisse nicht angezeigt werden.

Internetsuche© motorradcbr / Fotolia.com

Berlin (AFP/red) - In einer Erhebung von Emnid im Auftrag des Nachrichtenmagazins "Focus" sagten 51 Prozent der Befragten, sie wollten unliebsame Daten bei Suchmaschinen wie Google löschen lassen. 39 Prozent der Befragten sagten, sie planten nichts dergleichen. Für die repräsentative Umfrage befragte TNS Emnid 1004 Personen.

Inhalte können Persönlichkeitsrechte verletzen

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte am Dienstag entschieden, dass Internet-Suchmaschinen wie Google bei einer Suche nach einem Namen in bestimmten Fällen nicht alle Treffer anzeigen dürfen. EU-Bürger können von Suchmaschinenbetreibern verlangen, dass sie Links nicht mehr anzeigen, wenn die Inhalte ihre Persönlichkeitsrechte verletzen. Lehnen die Suchmaschinenbetreiber dies ab, können Betroffene die zuständigen Datenschutzbeauftragten einschalten oder klagen.

Zahlreiche Löschanfragen aus mehreren Ländern

Google wird einem Pressebericht zufolge bereits mit Löschanfragen überhäuft. Es gebe aus verschiedenen Ländern in Europa "eine Flut von Anfragen", die derzeit in dem Suchmaschinenkonzern aufliefen, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung"(Samstagsausgabe) unter Berufung auf gut unterrichtete Kreise. Google habe die Informationen auf Anfrage der FAZ nicht bestätigt.

Google im Visier der Kartellwächter

Im Kartellstreit zwischen der EU und Google sollte nach den Worten des SPD-Spitzenkandidaten Martin Schulz (SPD) für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten erst die neue EU-Kommission entscheiden. Die Entscheidung könne "nicht mehr von einer Kommission getroffen werden, die am Ende ihrer Amtszeit steht", sagte Schulz dem Berliner "Tagesspiegel am Sonntag". Berichten zufolge verlautete aus Brüssel, dass EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia nach der Sommerpause eine Entscheidung über einen von Google vorgeschlagenen Vergleich fällen wolle.

Im Zentrum des Streits steht der Vorwurf, dass Google Suchergebnisse zu seinen Gunsten manipuliert. Dabei sollen Ergebnisse spezialisierter Suchdienste, die das Unternehmen selbst betreibt, weit oben und herausgehoben angezeigt werden. Die Spezialsuchdienste finden etwa Hotels, Restaurants oder Flugreisen.

Quelle: AFP

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