Befragung

Jeder zweite Personaler prüft Social-Media-Profile

Profile in sozialen Netzwerken können mittlerweile getrost zu den Bewerbungsunterlagen gezählt werden. Einer Befragung zufolge überprüft fast die Hälfte der Unternehmen Webseiten wie Facebook oder Xing, wenn Bewerber gesichtet werden. Jeder siebte Personaler hat bereits aufgrund von Netzinformationen aussortiert.

VertragProfile in sozialen Netzwerken spielen bei der Bewerbung eine Rolle.© Werner Heiber / Fotolia.com

Berlin, 2. Juni 2015 (red) - Wer sich auf eine Stelle bewirbt, muss damit rechnen, dass neben seinen Bewerbungsunterlagen auch seine Profile in Sozialen Netzwerken gründlich geprüft werden. In rund jedem zweiten Unternehmen (46 Prozent) werden die entsprechenden Seiten im Netz unter die Lupe genommen. Dabei werden Einträge in beruflichen Netzwerke wie Xing oder LinkedIn häufiger ausgewertet (39 Prozent) als die eher privat ausgerichteten wie Facebook oder Twitter (24 Prozent). Das ist das Ergebnis einer Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter 408 Personalverantwortlichen in Unternehmen.

Online-Check kann der Ausschlussgrund sein

Mehr als jeder siebte Personalchef (15 Prozent), der sich Profile von Bewerbern in Sozialen Netzwerken anschaut, hat sich bereits aufgrund eines Online-Checks entschieden, Bewerber nicht zum Gespräch einzuladen oder einen Job doch nicht anzubieten. 90 Prozent dieser Personalentscheider gaben Widersprüche zu den Bewerbungsunterlagen als Grund für die Entscheidung an. Jeder Dritte (32 Prozent) berichtet von inkompetenten fachlichen Äußerungen der Kandidaten, sechs Prozent sind auf beleidigende Äußerungen gestoßen. Keine Rolle spielen dagegen die politische Weltanschauung des Kandidaten oder Fotos von ausgelassenen Partys. „Kein Personalentscheider ist so weltfremd, dass er Bewerber aussortieren würde, weil sie ausgelassen feiern. Es gibt aber Grenzen bei dem, was öffentlich ins Netz gestellt werden sollte“, sagt BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Fachthemen stehen im Vordergrund

Im Mittelpunkt des Interesses stehen der Befragung zufolge bei der Prüfung von Social-Media-Profilen die fachliche Qualifikation (89 Prozent), öffentliche Äußerungen zu Fachthemen (72 Prozent) sowie über das Unternehmen oder seine Wettbewerber (56 Prozent). Knapp jeder Zweite der Befragten (44 Prozent) achtet auch auf Hobbys oder private Aktivitäten der Kandidaten, 34 Prozent betrachten veröffentlichte Fotos sehr genau. Weniger von Interesse seien die Anzahl der Kontakte in den Netzwerken (fünf Prozent) oder politische Ansichten (vier Prozent).

Social-Media-Kontrolle zu unterschiedlichen Zeitpunkten

Wann die Einträge in den Sozialen Netzwerken überprüft werden, variiert dabei. Fast zwei Drittel der Unternehmen (62 Prozent) informieren sich im Netz vor der Entscheidung, ob ein Bewerber zum Gespräch eingeladen wird, 39 Prozent überprüfen die Angaben nach dem Gespräch, 30 Prozent bereits bei der ersten Sichtung der Unterlagen. Und zwölf Prozent gleichen ihr Bild vom Kandidaten kurz vor der Entscheidung, ob ein Vertrag unterschrieben wird, noch einmal mit den Social-Media-Profilen ab.

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