Urteil

Kabel Deutschland muss Vertragsversprechen halten

Im Vertrag hatte Kabel Deutschland einer Kundin zugesichert, dass sie erst nachdem der Vertrag mit ihrem alten Anbieter ausgelaufen sei, etwas für den neuen Anschluss zahlen müsse. Doch dann wollte der Kabelanbieter schon früher Geld sehen.

Router© Val Thoermer / Fotolia.com

Berlin (red) - Auf der Homepage hatte Kabel Deutschland (www.kabeldeutschland.de) damit geworben, dass Kunden, die einen Vertrag für einen Festnetz-/DSL-Anschluss abschließen, diesen erst bezahlen müssen, wenn ein eventuell laufender Vertrag bei einem anderen Anbieter gekündigt und beendet sei.

Eine Berlinerin hatte sich daraufhin entschlossen, von ihrem bisherigen Anbieter, der Deutschen Telekom, zum Kabelanbieter zu wechseln, da dieser ein deutlich günstigeres Angebot hatte. Die Zusage, dass sie erst zahlen müsse, wenn der alte Vertrag ausgelaufen sei, war der Kundin dabei besonders wichtig, da sie zwei Anschlüsse zur gleichen Zeit nicht hätte finanzieren können.

Kundin sollte Kabel DSL und Telekom zahlen

Nachdem das Produkt beim Anbieter online bestellt worden war, kam es jedoch anders als auf der Homepage versprochen, denn der neue Kabelanschluss wurde nicht nur sofort installiert, sondern auch umgehend berechnet. Die Kundin, die sich in der Folge weigerte, die Gebühren für den Kabelanschluss zu zahlen, legte Widerspruch ein. Das Ganze landete auf Betreiben Kabel Deutschlands und dem vom Anbieter beauftragten Inkasso-Unternehmen schließlich vor Gericht. Wie Thomas Hollweck, der auf Verbraucherrecht spezialisierte Anwalt der Berlinerin, auf Anfrage der Redaktion bekannt gab, hat sich die Standhaftigkeit der Kundin jedoch gelohnt, denn sie bekam vor Gericht Recht und muss die Anschlussgebühren nicht zahlen.

Gericht urteilte: Anbieter muss sein Versprechen halten

Das Gericht sah hier die Verfehlung klar beim Kabelanbieter, der auf seiner Homepage versprochen hatte, dass der Anschluss erst dann bezahlt werden müsse, wenn der alte Vertrag gekündigt und beendet worden sei. Vor diesem Hintergrund sollten Verbraucher, die einen DSL-Anschluss online bestellen, übrigens auch immer darauf achten, was in der später zugesandten Auftragsbestätigung eines Anbieters steht und ob die dort genannten vertraglichen Bedingungen tatsächlich mit den Versprechen auf der Homepage übereinstimmen. Wenn nicht, hat man bei Bestellungen über das Internet in der Regel zwei Wochen Frist, um den Vertrag zu widerrufen.
www.kanzlei-hollweck.de

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