Befürchtungen

Kabelanbieter sehen Freigabe der digitalen Dividende mit Skepsis

Die deutschen Kabelnetzbetreiber befürchten, dass die Freigabe von Rundfunkfrequenzen zur Breitbandnutzung Auswirkungen auf andere Infrastrukturen haben könnte. Ein erster Test habe "erhebliche Beeinträchtigungen" beim Empfang ergeben.

Netzwerk© Alisa Tsoy / Fotolia.com

Bonn/Berlin (red) - Die vergangene Woche vom Bundeskabinett beschlossene Freigabe der so genannten "Digitalen Dividende" für Funk-Breitbanddienste vernachlässigt aus Sicht der Kabelnetzbetreiber die vorherige Prüfung möglicher Störungen anderer Übertragungswege. Während die Verordnung störende Auswirkungen auf andere Rundfunkdienste als unzulässig ausschließt, fehle jede Pflicht zur Untersuchung möglicher Störungen anderer Übertragungswege und vor allem der Endgeräte.

Störpotenziale auffinden

Thomas Braun, Präsident des Verbands Deutscher Kabelnetzbetreiber (Anga), monierte in diesem Zusammhang, dass die Folgen für die Rundfunk- und Datenübertragung im Kabel und auf die daran angeschlossenen Endgeräte seines Wissens in keinem der zur Zeit durchgeführten Pilotprojekte untersucht werde. Damit blieben Störpotenziale, die jeden zweiten Haushalt in Deutschland treffen könnten, unberücksichtigt.

Bundesweit werden 19,6 Millionen Haushalte über Breitbandkabelnetze mit Rundfunk und zunehmend auch mit breitbandigen Internetzugängen und Telefonanschlüssen versorgt. Viele dieser Kabelanschlüsse seien bereits bis 862 MHz ausgebaut und übertrugen Angebote im gleichen Frequenzbereich, der auch für mobile Datendienste verwendet werden soll, so Braun weiter.

Im Test wurden massive Störungen offenbar

Braun zufolge habe ein erster Test, den der Verband mit dem Institut für Rundfunktechnik durchgeführt habe, "erhebliche Beeinträchtigungen" des Empfangs von TV-Programmen und der Übertragung von Datensignalen über die Kabelnetze ergeben. Durch die Signaleinstrahlung würden die Set-Top-Boxen und Fernsehgeräte in ihrer Funktion "massiv gestört". Hier müssten daher Untersuchungen durchgeführt werden, wie eine verträgliche Nutzung dieser Kabelfrequenzen sichergestellt werden kann, fordern die Kabel Anbieter.

Diese News empfehlen
Das könnte Sie auch interessieren
DSL und Telefon
Mehr als nur DSL
Tipps und Ratgeber