Studie

Kinder wissen ohne digitale Medien nicht weiter

Viele Kinder können sich kaum noch über eine längere Zeit hinweg ohne digitale Medien beschäftigen, so das Ergebnis einer Studie. Anzeichen einer Medienabhängigkeit zeigen sich schon früh, die langfristigen Folgen seien bisher kaum untersucht.

Kind mit Smartphone© goodluz / Fotolia.com

Berlin (AFP/red) - Mehr als 60 Prozent der Neun- und Zehnjährigen in Deutschland können sich einer Studie zufolge höchstens eine halbe Stunde ohne Fernseher, Computer oder andere digitale Medien beschäftigen. Das geht aus Daten hervor, die erstmals im Rahmen der Früherkennungsuntersuchungen für Kinder erhoben wurden, wie die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) am Donnerstag in Berlin mitteilte. Nur jedes fünfte Kind weiß sich demnach mehr als vier Stunden ohne digitale Medien zu beschäftigen.

"Anzeichen einer Medienabhängigkeit"

"Viele Jugendliche und Erwachsene zeigen bereits heute Anzeichen einer Medienabhängigkeit", erklärte Mortler. Computerspielsucht oder Internetabhängigkeiten seien zunehmend ein Thema. Es sei daher wichtig, rechtzeitig Aufklärung zu betreiben.

Die Daten wurden für ein Projekt erhoben, das mit Hilfe der Kinder- und Jugendärzte den Umgang mit digitalen Medien in den Familien untersucht. Mehr als 23 Prozent der befragten Eltern fühlen sich demnach hinsichtlich des Umgangs mit digitalen Medien bei der Kindererziehung unzureichend informiert. Jeder Zweite hält das Aufklärungsangebot für unzureichend.

Langfristige Folgen kaum untersucht

Die gesundheitlichen Auswirkungen übermäßiger Mediennutzung sei für Kinderärzte derzeit eine der wichtigsten Fragen überhaupt, sagte der Präsident des Verbandes der Kinder- und Jugendärzte, Wolfram Hartmann, dem "Tagesspiegel" (Freitagsausgabe). Manche Kinder hätten schon im Vorschulalter Zugang zu Smartphones und seien im Internet unterwegs. Bei den über Zwölfjährigen seien viele fast pausenlos mit Handys und Laptops zugange. Welche Folgen dies langfristig habe, sei wissenschaftlich bisher kaum untersucht.

Quelle: AFP

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