Monatelange Verzögerung der Kinderporno-Sperren
Die von der Bundesregierung initiierte Sperrung kinderpornografischer Internet-Seiten wird sich wohl monatelang verzögern. Es gibt offenbar vielfältige technische Probleme.
München/Frankfurt am Main (ddp/red) - Die Deutsche Telekom nannte als Grund dafür im Nachrichtenmagazin "Focus" laut Vorabbericht technische Probleme. "Wir müssen eine Software entwickeln, die es bis dato noch gar nicht gibt, und diese auf einigen Hundert Servern testen und installieren", sagte Telekom-Sprecher Ralf Sauerzapf dem Blatt. Die Entwicklung und Umsetzung dieses vollautomatischen Verfahrens koste mehr Zeit als gedacht. "Die Sperre kann daher voraussichtlich erst in einem halben Jahr aktiviert werden", sagte Sauerzapf.
Strafen aussprechen
Die Bundesregierung will künftig schon den Versuch ahnden, auf gesperrte Internetseiten mit kinderpornografischem Inhalt zuzugreifen. Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) sagte der "Frankfurter Rundschau" (Freitagausgabe) laut Vorabbericht: "Mir war es wichtig, dass wir die Daten, die bei einer Zugangsblockade anfallen, auch zur Strafverfolgung nutzen können." Ursprünglich habe die Regierung die Seiten nur blockieren, nicht aber die User verfolgen wollen.
IP-Adressen nur in Kopie
Die Zugangsdaten (IP Adressen) der Nutzer würden allerdings nicht zentral bei den Anbietern gespeichert, sondern nur dann in Kopie an die Strafverfolgungsbehörden übermittelt, wenn diese für eine bestimmte Internetseite einen richterlichen Beschluss darüber erwirkt hätten, sagte Zypries.
28.04.2009

