Cyberkriminalität

NBC: Hacker greifen E-Mail-System des US-Generalstabs an

Das E-Mail-Netzwerk des Vereinigten Generalstabs der US-Armee ist einem Zeitungsbericht zufolge gehackt worden. Demnach wurde der Angriff von Russland aus verübt. Das Pentagon bestätigte bisher nur die Abschaltung des E-Mail-Systems.

Verschlüsselung© maxkabakov / Fotolia.com

Washington (AFP/red) - In Russland ansässige Hacker haben laut einem Medienbericht das E-Mail-Netzwerk des Vereinigten Generalstabs der US-Armee angegriffen und damit eine Abschaltung des Systems erzwungen. Der Hackerangriff sei mit einem automatisierten System verübt worden, mit dem sehr schnell massenhaft Daten abgegriffen werden können, berichtete der Fernsehsender NBC News am Donnerstag unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Quellen. Die Cyberattacke habe sich um den 25. Juli ereignet und betreffe rund 4.000 militärische und zivile Mitarbeiter des Generalstabs.

Sicherheitsprüfung oder Hacker-Angriff?

Das Pentagon bestätigte lediglich, dass das E-Mail-System des Vereinigten Generalstabs wegen einer andauernden Sicherheitsüberprüfung abgeschaltet sei. "Wir fahren damit fort, die Cyber-Sicherheitsrisiken in unseren Netzwerken zu identifizieren und zu entschärfen", erklärte Pentagon-Sprecherin Valerie Henderson. "Diesen Zielen folgend haben wir das Netzwerk des Generalstabs abgeschaltet und setzen unsere Untersuchung fort." Eine schnelle Wiederherstellung des E-Mail-Systems sei nun "oberste Priorität".

Diesmal keine persönlichen Daten geklaut

NBC berichtete, es sei unklar, ob die Cyberattacke mit Billigung der russischen Regierung verübt worden sei. Als geheim eingestufte Informationen seien bei dem Angriff nicht erbeutet worden.

Die US-Behörden haben seit Monaten mit Cyberattacken zu kämpfen. Bei einem im Mai 2014 gestarteten Hackerangriff auf die Personalverwaltung der US-Regierung wurden persönliche Daten von 21,5 Millionen Menschen abgegriffen, die sich einer Sicherheitsüberprüfung der US-Regierung unterzogen hatten.

US-Geheimdienstdirektor James Clapper erklärte in diesem Fall China zum "Hauptverdächtigen", Peking wies dies zurück.

Weitere Angriffe auf US-Datenbanken und Webseiten

Ende Mai wurde mitgeteilt, dass unbekannte Hacker der US-Steuerbehörde IRS die Daten von rund 100.000 Steuerzahlern gestohlen haben. Nach Informationen des Fernsehsenders CNN führte die Spur nach Russland. Bereits im Oktober waren Hackerangriffe auf Computersysteme des Weißen Hauses und des US-Außenministeriums verübt worden, die Medienberichten zufolge ebenfalls aus Russland kamen.

Anfang Juni legte die US-Armee wegen einer Cyberattacke ihre Website www.army.mil, die sich an die breite Öffentlichkeit richtet, vorübergehend still. Zu dem Angriff bekannte sich die sogenannte Syrische Elektronische Armee, die der syrischen Regierung von Staatschef Baschar al-Assad anhängt.

Quelle: AFP

Top