Pilotprojekt zur Schlichtung bei Online-Streitigkeiten
Kostenlose Online-Schlichtungen sollen künftig Beschwerdeverfahren gegen Internet-Händler erleichtern und den Verbrauchern Zeit und Nerven sparen helfen.
Kehl (afp/red) - Darauf zielt ein bundesweites Pilotprojekt ab, das die europäische Verbraucherberatungsstelle Euro-Info in Kehl am Rhein am Mittwoch startet. Das Angebot gilt zunächst nur für Fälle mit einem Bezug zu Baden-Württemberg: Entweder der Verbraucher oder das betroffene Unternehmen müssen dort ansässig sein.
Kostenlose Schlichtungsstelle
Über online-schlichter.de können Kunden, die übers Internet etwa einen Computer erworben oder eine Reise gebucht haben, Beanstandungen auf einem Online-Formular schildern. Dieses enthält auch eine Art Checkliste, die den Kunden Hinweise auf ihre Rechte gibt - etwa zum Widerruf ihres Vertrages oder zu Rückerstattungen. Das Formular senden die Verbraucher an Euro-Info, wo zwei Juristen für die Schlichtung zuständig sind.
Zunächst für ein halbes Jahr
Die Schlichter hätten somit vorab die wichtigsten Informationen und könnten rasch den betroffenen Online-Händler mit der Rechtslage konfrontieren, erläuterte der Jurist Felix Braun am Montag. Das Projekt wird nach seinen Angaben vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist zunächst auf ein Jahr begrenzt. Bereits nach sechs Monaten werde eine Zwischenbilanz vorgelegt. Wenn diese positiv ausfällt, will Euro-Info sich bei den zuständigen Bundesministerien um eine Ausweitung des Angebots bemühen.
16.06.2009

