Sprachsteuerung

Samsung warnt: Smart TV hört mit

Wer seinen Smart TV von Samsung mit Sprachbefehlen steuert, sollte aufpassen, was er sonst noch sagt. Der Hersteller selber rät dazu, denn der Fernseher hört alles, was im Raum gesagt wird, und leitet die Daten an Drittanbieter weiter.

fernsehen© goodluz / Fotolia.com

Berlin (dpa/red) - Der Elektronikkonzern Samsung rät Besitzern seiner Smart-TVs, vorsichtig bei privaten Gesprächen im eigenen Wohnzimmer zu sein. Wenn die Bedienung per Sprache eingeschaltet sei, hörten die Geräte allem zu, was in dem Raum geschieht. Nutzer müssen per Knopfdruck auf der Fernbedienung eine Suchanfrage über Sprachbefehl aktivierten. Der Nutzer sehe ein Symbol auf dem Bildschirm, wenn die Spracherkennung eingeschaltet sei.

Daten werden an Drittanbieter übertragen

Diese Daten werden an Drittanbieter übertragen, wie Samsung in den Nutzungsbedingungen schreibt. Besitzer der Smart-TVs sollten sich dessen bewusst sein, wenn sie "persönliche oder sensible Informationen" aussprechen. Sie können die Spracherkennung abschalten und das Gerät regulär mit der Fernbedienung steuern.

Samsung hat in seinen Fernsehern seit längerer Zeit auch eine weitere Funktion eingebaut, mit der per Sprachsteuerung die Lautstärke oder der Kanal geändert werden können. Sie arbeite grundsätzlich ohne Internet-Verbindung, sagte der Konzern-Sprecher. Der Fernseher reagiert dabei auf bestimmte Schlüsselwörter wie "Hi, TV" oder "Smart-TV". Um sie aus dem Sprachfluss herauszuhören, muss der Fernseher zwar permanent zuhören. Aber die Sprachinformationen würden dabei ausschließlich im Gerät selbst verarbeitet, betonte der Samsung-Sprecher. "Wenn das Mikrofon auf das Auslöser-Wort wartet, werden keine Daten übertragen."

Samsung: "Nehmen Privatsphäre ernst"

Die Warnung von Samsung sorgte am Wochenende für Diskussionen. Einige Internetnutzer sahen sich an die Überwachungsmethoden aus dem Roman "1984" erinnert. Der Elektronikkonzern erklärte der US-Webseite "The Daily Beast", man nehme die Privatsphäre der Kunden sehr ernst. Die Daten würden verschlüsselt übertragen, um sie gegen Fremde zu schützen. An welche Drittanbieter die Daten übermittelt werden, teilte Samsung nicht mit.

Quelle: DPA

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