OECD

Schnelles Internet: Deutschland im internationalen Vergleich

Beim schnellen Internet kommen andere Länder deutlich schneller voran als Deutschland. Daten der OECD zeigen, dass vor allem beim Thema Glasfaser noch viel Luft nach oben ist. Der Streit um die richtige Breitbandstrategie ist da nicht gerade hilfreich.

Glasfaser Anschluss© Silvano Rebai / Fotolia.com

Paris – Die Gigabit-Gesellschaft dürfte in Deutschland noch auf sich warten lassen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat in den vergangenen Wochen mehrere Statistiken zur Breitbandnutzung in 34 Mitgliedsländern veröffentlicht. Laut den OECD-Zahlen liegt Deutschland sowohl bei der Verbreitung von Glasfaseranschlüssen als auch bei den mobilen Breitbandanschlüssen teils weit unter dem OECD-Durchschnitt.

Bei Glasfaser ist Deutschland fast Schlusslicht

Glasfaseranschlüsse hatten demnach in Deutschland gerade einmal einen Anteil von 1,3 Prozent an den Breitbandanschlüssen hierzulande. Allerdings beziehen sich die im Juni 2016 von der OECD veröffentlichen Zahlen auf Erhebungen von Juni 2015. Dennoch zeigt sich ein gewaltiger Unterschied zwischen dem Glasfaser-Weltmeister Japan und Deutschland. In Japan sind bereits 72,6 Prozent aller Breitbandanschlüsse schnelle Glasfaseranschlüsse. Der Durchschnitt der OECD-Länder liegt bei 17,9 Prozent.

Hoffnungsträger Kabel-Internet?

Für Dezember 2015 wies die OECD für Deutschland in einer weiteren Erhebung rund 600.000 genutzte Glasfaseranschlüsse aus. Südkorea kommt dagegen auf über 28 Millionen Glasfaseranschlüsse. Deutschland muss in diesem Bereich also dringend besser und schneller werden, um nicht noch weiter abgehängt zu werden. Immerhin ermittelte die OECD für die Bundesrepublik 28,9 Millionen DSL-Anschlüsse sowie 8,1 Millionen Kabelanschlüsse. Gerade die Kabelanbieter sind auf dem Vormarsch und bieten schon jetzt Download-Bandbreiten von bis zu 400 Mbit/s an.

Ein ähnliches, wenn auch nicht ganz so drastisches Bild zeigt sich bei der mobilen Breitbandnutzung, zu denen die OECD in dieser Woche Details gemeldet hatte. Der OECD-Durchschnitt der 34 Mitgliedsländer liegt bei 90 Prozent. Sprich: Auf zehn Nutzer kommen neun mobile Breitbandangebote. Hier rangiert Deutschland mit einem Wert von 75 Prozent auf Platz 24 und somit im hinteren Drittel.

Streit um die richtige Strategie bremst den Breitbandausbau in Deutschland

Der Breitbandmarkt in Deutschland ist hart umkämpft. Doch statt auf Glasfaser setzt etwa die Deutsche Telekom (www.telekom.de/dsl), der führende deutsche DSL-Anbieter, zunächst vorrangig auf den umstrittenen Vectoring-Ausbau. Während in anderen Ländern schnell entschieden und ausgebaut wird, dauert es hierzulande oft lange, ehe ein Breitbandprojekt realisiert wird. Der Streit um Vectoring prägte das Geschehen in den vergangenen Monaten, die finale Entscheidung der Bundesnetzagentur steht noch aus. Bis zur endgültigen Umsetzung in die Praxis dürfte zudem noch weitere Zeit verstreichen.

Es fehlt zudem eine gemeinsame Linie und Strategie aller Beteiligten, die nicht nur bis 2018 blickt, sondern auch darüber hinaus. Die heftigen Scharmützel um den richtigen Weg des Breitbandausbaus, die sich Provider, Lobbyverbände, Politik und Regulierer regelmäßig liefern, sind auf dem angestrebten Weg Deutschlands in die Gigabit-Gesellschaft nicht förderlich.

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