LTE soll's richten

Schnelles Internet: So ist der Stand der Dinge

Noch immer hat nicht jeder deutsche Haushalt die Möglichkeit zu schnellem Internet; vor allem auf dem Land sieht es teilweise trübe aus. Wenn Internet vorhanden ist, dann meistens mit langsameren Übertragungsraten. Der Mobilfunkstandard LTE soll das ändern.

Autobahn© nobelium / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Nahezu allen Haushalten in großen Städten wie Berlin und Hamburg steht ein Netzzugang zur Verfügung, der mindestens eine Datenrate von einem Megabit pro Sekunde bietet. Diese Datenmenge gilt als Mindeststandard für eine moderne Internetnutzung, beispielsweise das Abrufen von Fernsehsendungen. Auch einzelne Flächenländer wie Nordrhein-Westfalen sind mit 99,2 Prozent bereits nahezu lückenlos mit Breitbandanschlüssen an das Web versorgt. In den neuen Bundesländern liegt die Versorgung jedoch zum Teil deutlich unter 95 Prozent, wie in Mecklenburg-Vorpommern. Schon bei etwas schnelleren Bandbreiten von zwei oder sechs Megabit, die etwa für bessere Auflösungen der Videobilder sorgen, nimmt die Zahl der "weißen Flecken" im Breitband-Atlas des Bundes schnell zu.

Mobilfunker wollen Lücken mit LTE schließen

Diese Lücke wollen Mobilfunkanbieter wie, Deutsche Telekom, Vodafone und O2 mit dem Mobilfunk-Standard LTE nun schließen. Sie haben sich bei der Ersteigerung der Frequenzen verpflichtet, bis zum Jahr 2016 ein flächendeckendes Angebot vorzuhalten. Möglich soll diese flächendeckende Erschließung schon bis Ende dieses Jahres sein, geben die Mobilfunkbetreiber an. LTE soll auf dem Land mindestens drei Megabit pro Sekunde (Mbit/s) bieten. In Städten stellen die Konzerne jedoch 50 bis 100 Mbit/s in Aussicht. Dafür nutzen sie aber andere Frequenzen, die nur kurze Strecken überwinden können und nicht fürs Land taugen. Diese Diskrepanz zeigt, wie privilegiert Städte beim Zugang zum Internet auch auf absehbare Zeit gegenüber Ortschaften bleiben werden - auch, weil die Betreiber von Kabelnetzen, die schnelles Internet über den TV-Anschluss verkaufen, teure Investitionen auf dem Land scheuen.

Städte bleiben im Vergleich privilegiert

Anders als in Städten stehen die TV-Kabelnetze also auf dem Land nicht als Alternative zur Verfügung. Ein Problem ist die Anbindung ländlicher Gebiete, Bergdörfer und einiger Inseln zudem auch per Glasfaserleitung. Diese sind zwar auch für den Aufbau der Netze mit LTE nötig, müssen hier aber nur bis zu den Funkmasten gelegt werden. Die eigentliche Verbindung mit den Geräten der Nutzer erfolgt ausschließlich über Funk.

Wollen aber Gemeinden die dafür ohnehin in ihre Nähe gelegten Glasfaserleitungen bis an ihre Häuser verlegen lassen, so haben sie die Möglichkeit, dies über Zuschüsse oder Gemeindeumlagen mitzufinanzieren. Um all diese Probleme zu umgehen, bieten einige Versorger Gemeinden aber auch an, das Internet per Satellit in die Haushalte zu bringen. Der Betreiber Astra will dafür in diesem Juni sogar einen weiteren Satelliten ins All schießen und verspricht bis zu sechs Mbit/s.

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