Sprache und Daten

Sechs DSL- und Kabel-Anbieter im Vergleich

Die Zeitschrift "connect" hat die größten und bekanntesten DSL- und Kabel-Anbieter einem Test unterzogen. Dabei wurde vor allem die Qualität der Sprach- und Datenverbindungen geprüft. Der Sieger des Vorjahres, die Telekom, musste den ersten Platz abgeben.

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Haar (red) - Die Fachzeitschrift "connect" hat erneut sechs DSL- und Kabel-Anbieter mit Hilfe des Unternehmens Zafaco einem großen Vergleichstest unterzogen. Zu diesem Zweck haben die Rechner von Zafaco vier Wochen lang rund 1,7 Millionen Testverbindungen von 36 Standorten aufgebaut.

Unitymedia auf dem letzten Platz

Auf dem 6. und letzten Platz (Urteil "befriedigend": 333 Punkte) im Test-Ranking landet Unitymedia. So haben Schwächen in der Disziplin "Sprache" zu einer Abwertung geführt, insbesondere sehr lange Sprachlauf­zeiten innerhalb des eigenen All-IP-Netzes sind den Testern negativ aufgefallen. Bei Up- und Downloads sowie bei Telefonverbindungen unter Datenlast konnten keine Auffälligkeiten feststellt werden, allerdings steigen die Antwortzeiten, beispielsweise bei der Initialisierung ei­nes HD-Videoabrufs, zur Feierabendzeit deutlich an. Das passiert offenbar, weil viele Nutzer vor allem Abends Videos abrufen. Im Vorjahr erreichte der Kabelnetzbetreiber (allerdings noch ohne Kabel BW) den 2. Platz.

"Befriedigend" für Kabel Deutschland und Vodafone

Mitbewerber Kabel Deutschland erreicht mit 348 Punkten ("befriedigend") den 5. Platz. Die Vodafone-Tochter kann in punkto Qualität der Sprachverbindungen überzeugen, verliert aber laut den Messungen in allen Datendisziplinen Punkte. "Connect" bemängelt schlechtere Leistungen bei den Webservices, überdurchschnittlich hohe Auflösungszeiten bei der Bearbeitung von DNS-Anfragen sowie lange Antwortzeiten beim Abruf von HD-Videos.

Das Ergebnis ("befriedigend" / 374 Punkte) des Anbieters Vodafone liegt knapp auf dem Niveau des letzten Jahres. Vor allem lange Sprachlaufzeiten waren Schwachpunkte bei Testverbindungen aus dem Vodafone-Mobilfunknetz ins ei­gene All-IP-Festnetz. Darüber hinaus hat Zafaco auch hohe DNS-Auflösungszeiten beklagt. Internet-TV konnten die Tester dank kurzer "Rebuffering"-Zeiten und überzeugender Bildqualität hingegen gute Leistungen bescheinigen.

Telekom nicht mehr Spitzenreiter

Die Bronzemedaille ("gut") bekommt o2/Telefónica für insgesamt 397 Punkte. Der Anbieter erreicht Top-Werte in den Kategorien Downloads und -Uploads, Webdienste und Web-TV. Bei Anrufen innerhalb des eigenen All-IP-Netzes strauchelt o2/Telefónica aber: So braucht der Aufbau eines Anrufes 1,5 Se­kunden, die längste Dauer aller getesteten Anbieter.

Die Deutsche Telekom muss sich in diesem Jahr mit dem 2. Rang zufrieden geben ("gut" / 417 Punkte). Einer der Gründe ist der standard­mäßig gelieferte Router Speedport W724V, der laut Test unter Volllast beispielsweise nicht mit einer Fritz!box 7490 mithalten kann. Bei den Kerndisziplinen "Sprache" und "Daten" gibt sich die Telekom aber keine Blöße. So erreichten Mobilfunk- und IP-Telefonie sehr gute Werte, schnelle Antwort­zeiten beim Starten von Up- oder Downloads sprechen laut Test für das Telekom-Netz.

Testsieger 1&1 liefert sehr gute Qualität

Der neue Spitzenreiter mit komfortablen 449 Punkten ("sehr gut") ist 1&1. Beim Netzeinkauf bei den Mitbewerben beweist das Unternehmen offenbar ein glückliches Händchen. Die Sprachqualität des erfahrenen VoIP-Anbieters schneidet sehr gut ab, eine Aufbauzeit von 0,54 Sekunden im eigenen VoIP-Netz sprechen für sich. Für die beste Datenleistung sorgt laut Zafaco unter anderem auch der 1&1 "Homeserver", der auf der Fritz!box 7490 basiert. Auch bei Webservices, Web-TV sowie Upload- und Download-Raten konnte der Anbieter die Tester überzeugen.

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