Weihnachtsfeiertage

Spielekonsolen werden Opfer von Hackerangriff

Die Spielekonsolen Xbox und Playstation sind an den Weihnachtsfeiertagen Opfer eines Hackerangriffs geworden. Ob es einen Zusammenhang mit dem Angriff auf Sony Pictures gibt, ist unklar. Mittlerweile laufen die Konsolen wieder.

Hacker-Angriff© Jürgen Fälchle / Fotolia.com

Washington (AFP/red) - Eine mutmaßliche Hackergruppe hat den Zugang zu den Spielekonsolen Playstation von Sony sowie Xbox von Microsoft in den USA lahmgelegt. Beide Konzerne räumten den Teilausfall der Server am ersten und zweiten Weihnachtstag ein und erklärten, alles dafür zu tun, um den Service wieder herzustellen. Xbox gelang es, seine Dienste am Freitag fast vollständig wiederherzustellen. Zu dem Angriff bekannte sich eine Hackergruppe namens Lizard Squad.

Angriff an den Weihnachtsfeiertagen

Der Angriff kommt angesichts der Weihnachtstage, an denen vermutlich viele Menschen ihre neuen Spielekonsolen ausprobieren wollen, denkbar ungünstig. Sony kämpft derzeit außerdem noch mit den Auswirkungen einer Hackerattacke wegen der umstrittenen Nordkorea-Satire "The Interview".

Die beiden Server wurden Opfer sogenannter DDoS-Attacken: Dabei werden riesige Datenmengen verschickt, die die Zugänge zu den Servern verstopfen. Über Twitter bekannte sich ein Nutzer namens Lizard Squad zu dem Angriff. Sony war schon in der Vergangenheit Zielscheibe einer Hackergruppe mit diesem Pseudonym - ob es sich um dieselbe Gruppe handelte, ließ sich zunächst nicht überprüfen: Das Twitter-Konto gibt es erst seit Mittwoch, Nachfragen blieben unbeantwortet.

Sony bringt "The Interview" doch in die Kinos

Sony war wegen "The Interview" unlängst Opfer eines Hackerangriffs geworden, für den die US-Regierung Nordkorea verantwortlich machte. Der Konzern sagte zunächst die für Weihnachten geplante Kinopremiere ab, entschied sich nach scharfer Kritik dann aber, den Film doch zu veröffentlichen - in hunderten Kinos sowie gegen Gebühr auf verschiedenen Internetplattformen, darunter auch Xbox und Playstation. An den US-Kinokassen brachte der Film laut dem Chef für den internationalen Vertrieb bei Sony, Rory Bruer, am Premierentag mehr als eine Million Dollar (821.000 Euro) ein.

DDoS-Programme billig zu haben

Offen blieb zunächst, ob es zwischen den beiden Hackerangriffen einen Zusammenhang gibt. Experten vermuten, hinter der jüngsten Attacke könnten auch Jugendliche auf der Suche nach "persönlichem Ruhm" stecken. Der Spezialist für Computersicherheit Pierre Samson wies darauf hin, dass DDoS-Programme auf dem Schwarzmarkt billig zu haben seien.

Medienrummel statt verstärkter Schutz?

Erstaunt zeigten sich die Experten, dass der Angriff derartige Konsequenzen hatte. "Es ist seltsam, dass die großen Konzerne, die derartige Attacken gewöhnt sind, nichts zu ihrem Schutz unternehmen", sagte der Chef des auf Computersicherheit spezialisierten Unternehmens Sifaris, Jean-François Beuze. Er vermutet, dass Sony und Microsoft möglicherweise bewusst auf den Medienrummel setzen, "damit diese Art von Attacken auf ihre Autoren zurückfallen".

Konsolen sind wieder online

Xbox konnte bis auf drei Anwendungen seinen Dienst im Laufe des Freitags wieder herstellen. Playstation dagegen kämpfte weiter mit dem Serverausfall. Bis Samstag wurden die Konsolen nach Angaben der beiden Firmen nach und nach wieder hergestellt.

Quelle: AFP

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