Steigende Internetnutzung geht nicht zu Lasten des Fernsehens
Die Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2010 liegen vor. Es zeigte sich, dass die Übergänge zwischen Radio, TV und Internet fließend geworden sind. Die Anzahl der Nutzer sei im Vorjahresvergleich um 5,5 Millionen gewachsen.
Stuttgart/Mainz (red) – Auf die Beliebtheit von Video- und Fernsehinhalten über das Internet reagieren auch die Anbieter. Die renommierte Onlinestudie von ARD und ZDF ergab, dass etwa 65 Prozent aller Nutzer Videos im Netz schauen. "Das ZDF hat früh erkannt, dass die nonlineare Nutzung von TV-Inhalten großes Potential hat. Mit der ZDFmediathek haben wir Pionierarbeit im Netz geleistet, " meint ZDF-Intendant Markus Schächter. Über die Mediathek erhöhe sich derzeit die Reichweite der ZDF-Sendungen im Schnitt um ein bis drei Prozent.
Internet als täglicher Begleiter
Im Frühjahr 2010 nutzten 49 Millionen Menschen ab 14 Jahren gelegentlich das Internet, dies entspricht einem Bevölkerungsanteil von 69,4 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr sind damit 5,5 Millionen Nutzer neu hinzugekommen. Die Steigerung ist sowohl auf den Zuwachs in älteren Bevölkerungsgruppen als auch auf die erstmalige Berücksichtigung der nicht-deutschen Bevölkerung in Deutschland zurückzuführen. 76 Prozent der deutschen Onliner sind täglich im Netz, so die Ergebnisse der ARD/ZDF Online Studie. Damit ist die Reichweite des Internets inzwischen fast vergleichbar mit der des Fernsehens: Das Internet zählt für die meisten Onliner zum Alltag und wird gewohnheitsmäßig (fast) täglich eingeschaltet. Dabei wird der Fernsehkonsum mit der Nutzung des Internets kombiniert.
Web 2.0 fast nur passiv genutzt
Die Zuwachszahlen für Web-2.0-Anwendungen fallen geringer aus als in den Vorjahren. Auch sinkt offenbar das Interesse an aktiver Teilhabe an Blogs, Twitter und Co. vor allem bei der jüngeren und mittleren Generation. Das "Mitmach-Netz" bleibt so weiterhin beschränkt auf eine kleine Gruppe von Aktiven, die publizieren und kommunizieren, was von vielen abgerufen wird.
12.08.2010

