Torjubel

Über Satellit ist der TV-Empfang am schnellsten

Wer über Satellit fernsieht, bekommt das Signal etwas schneller als jemand, der das Bild über DVB-T empfängt. Der Unterschied macht sich beispielsweise dann bemerkbar, wenn man selber dem Fußball-Tor entgegenfiebert, während nebenan schon gejubelt wird.

Fußball© Christopher Dodge / Fotolia.com

Leipzig (red) - Viele Fußball-WM-Fans kennen das: Während sie vorm Fernseher dem Ballwechsel folgen und einem Tor entgegen fiebern, hören sie von nebenan lautstarke Jubelrufe anderer Fans. Erst eine gefühlte Ewigkeit später rollt auf dem eigenen Bildschirm der Ball ins Tor. Ursache dafür ist, dass die TV-Übertragung je nach Fernsehempfangstechnik unterschiedlich lange dauert, wie die Verbraucherzentrale Sachsen erklärt.

Satellit und Kabel sind schneller

Am ehesten werden diejenigen jubeln, die vor einem Satelliten- oder Kabel-TV sitzen. Fernsehen über DVB-T ist demgegenüber schon um einiges hinterher. Mit bedeutend langsameren Wegen Vorlieb nehmen müssen alle die, die übers Internet fernsehen. Wer also beispielsweise den Livestream eines Senders nutzt, wird die Nachbarn schon "Toor" schreien hören, lange bevor er das Ereignis selbst sehen kann. Ähnlich ist es beim Web-TV, das auf Online-Plattformen wie etwa Livestation oder Zattoo angeboten wird. Auch Fernsehen mit dem Smartphone über entsprechende Apps ist eine Art des Internetfernsehens. "Bei all diesen Streaming-Angeboten kann es zu ganz erheblichen Differenzen von etlichen Sekunden Verspätung kommen", so Katja Henschler von der Verbraucherzentrale Sachsen.

HD-Signale brauchen länger

Neben dem Empfangsweg an sich spielt aber auch die Übertragungsqualität eine Rolle. Wer SD, also in der so genannten Standard-Definition schaut, hat das Bild schneller auf dem Schirm als diejenigen, die die WM in HD genießen. Dies liegt an der Zahl der zu übertragenden Signale, die bei der Übertragung eines hochaufgelösten Bildes viel größer ist und eine langsamere Übertragung bedingt. HD-Fernsehen gibt es bislang vorwiegend im Bereich von Kabel und Satellit, über das sog. IPTV von Telekom oder Vodafone und teils auch bereits beim Internetfernsehen. Über Antennenfernsehen ist mit dem bislang noch gültigen DVB-T-Standard nur der SD-Empfang möglich.

DVB-T 2 startet wahrscheinlich 2016

Für das Jahr 2016 ist allerdings die Einführung des nächsten Standards, das so genannte DVB-T-2 geplant. "Die nächste Weltmeisterschaft wird man dann also wohl auch im Antennenfernsehen in HD anschauen können und die damit verbundene längere Übertragungsdauer in Kauf nehmen müssen", prognostiziert Henschler.

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