Umstritten

Urteil nimmt britischem Blogger seine Anonymität

Der bekannte britische Blogger "Nightjack" wollte per einstweiliger Verfügung seine Identität vor den Medien schützen. Ein Gericht entschied jedoch, dass der Blogger kein Recht auf Anonymität hat.

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London/Manchester (red) – Die Zeitung Times Online berichtete kürzlich über den Fall des 45-jährigen britischen Polizisten Richard Horton, besser bekannt als "Nightjack". Dieser hatte sich in seinem Blog kritisch über Politik, Polizei und soziale Aspekte im Alltag geäußert und dafür im April den Orwell Preis für politischen Journalismus bekommen. Richard Horton wollte eine einstweilige Verfügung gegen die Times erlangen, damit der Zeitung verboten wird, seinen richtigen Namen preiszugeben.

Begründung des Urteils

Diese einstweilige Verfügung kassierte der "High Court" jedoch. An seiner Dienststelle hatte Horton schon vorher eine schriftliche Abmahnung bekommen. Richter Eady argumentierte, dass der Schutz eines Polizeibeamten vor Sanktionen durch seinen Vorgesetzten nicht die Aufgabe eines Gerichts sei. Zudem sei Bloggen eine öffentliche Tätigkeit und die Öffentlichkeit habe Interesse daran, wer solch eine Kritik an den polizeilichen Aktivitäten ausüben würde.

"Nightjack" löscht Blog

Nach dem Urteil löschte Horton seinen Blog sofort. Unter englischsprachigen Bloggern breitet sich unterdessen Entsetzen aus. Blogs, die zum Teil einen enthüllenden Inhalt haben, sind in England und den USA weiter verbreitet als in Deutschland. Inwieweit anonyme Blogger sicher sind, ist dabei noch nicht geklärt.

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