Ausgespäht

Verbraucherschützer klagen gegen Smart-TV-Hersteller

Die Verbraucherzentrale NRW hat einen Elektronik-Konzern verklagt, weil dieser seinen Smart TVs erlaubt, die Fernsehgewohnheiten seiner Nutzer auszuspähen. Je nachdem, wie der Prozess laufe, seien weitere Klagen möglich.

fernsehen© goodluz / Fotolia.com

Düsseldorf – Wer ein digitales TV-Gerät mit Internetverbindung hat, ahnt meist nicht, dass darüber seine Fernsehgewohnheiten ausgespäht werden können. Einige Hersteller von Smart TVs haben sich diese Erlaubnis selbst ins Kleingedruckte ihrer Geschäftsbedingungen und Bedienungsanleitungen geschrieben – das war einem aufmerksamen Bürger aufgefallen. Wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen am Montag in Düsseldorf berichtete, hat sie deswegen einen großen Elektronik-Konzern verklagt.

Klage gegen weitere Smart-TV-Anbieter möglich

Auch andere Anbieter griffen ungefragt Daten von Fernsehzuschauern ab, sagte der Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, Wolfgang Schuldzinski. Zunächst will die Verbraucherzentrale nun den Ausgang des ersten Verfahrens abwarten, bevor sie auch gegen diese Hersteller vorgeht. "Man kann nicht mehrere Prozesse dieses Kalibers führen." Was mit den Daten geschehe, sei unbekannt.

Die zunehmende Digitalisierung des Alltags gehöre in den nächsten Jahren zu den größten neuen Herausforderungen für die Beratungsstellen, sagte NRW-Verbraucherminister Johannes Remmel (Grüne). "Wir geben oft unbewusst Daten weiter." Damit werde an anderer Stelle viel Geld verdient.

Quelle: DPA

Weitere Infos zum Thema
Top