Quartalszahlen

Vodafone: DSL-Geschäft schwächelt weiter

Vodafone hat im vergangenen Quartal zahlreiche DSL-Kunden verloren. Der Umsatz im Festnetz bleibt nur dank der schnellen Internetanschlüsse per Kabel stabil. 22.000 Kunden wechselten von DSL zu Kabel. Im Mobilfunkbereich kann Vodafone mehr Vertragskunden vorweisen.

VodafoneVodafone Deutschland hat am Dienstag die Quartalszahlen für das zweite Quartal von Juli bis September 2015 vorgelegt.© Vodafone GmbH

Düsseldorf – Die im Frühjahr 2014 erfolgte Übernahme von Kabel Deutschland, dem größten deutschen Kabelnetzbetreiber, war für den Mobilfunknetzbetreiber Vodafone (www.vodafone.de) eine kluge Entscheidung. Denn ohne die Integration von Kabel Deutschland sähen die am Dienstag vorgelegten Zahlen für das zweite Quartal 2015/16 erheblich schlechter aus. Aber auch die Kabelsparte kann das schwächelnde DSL-Geschäft nicht komplett kompensieren. Immerhin kann Vodafone mehr Mobilfunk-Vertragskunden vermelden.

Vodafone-Chef: "Wir müssen Vodafone wieder voll auf Kurs bringen"

Hannes Ametsreiter will die Quartalszahlen für den Zeitraum von Anfang Juli bis Ende September 2015 denn auch nicht schön reden: "Die Zahlen zeigen: Vodafone hat gute Fortschritte gemacht. Aber wir haben noch viel zu tun. Mit den Ergebnissen können wir noch nicht zufrieden sein". Ametsreiter weist den weiteren Weg für Vodafone: „Wir müssen Vodafone wieder voll auf Kurs bringen. Eine unserer ersten Maßnahmen sind neue Bündeltarife. Mit ihnen wollen wir noch mehr Haushalte für noch mehr Vodafone Produkte gewinnen.“

Verlust von 129.000 DSL-Kunden innerhalb von zwölf Monaten

In der Festnetzsparte verzeichnete Vodafone einen weiteren Rückgang der DSL-Kundenzahl um 32.000 gegenüber dem ersten Quartal. Im Vergleich zum Vorjahresquartal hat Vodafone innerhalb von zwölf Monaten sogar 129.000 DSL-Kunden verloren. Ende September nutzten noch rund 2,76 Millionen Vodafone-Kunden Internet per DSL und VDSL.

Geschäft mit Kabel-Internet läuft erfolgreich

Ein Teil der DSL-Kunden ist für Vodafone aber nicht vollständig verloren. Im zweiten Quartal wechselten 22.000 DSL-Kunden auf schnellere Kabelanschlüsse. Die Zahl der Kabel-Neukunden lag im Zeitraum zwischen Juli und September bei 98.000. Damit kam Vodafone Ende September auf rund 2,83 Millionen Internetkunden über das Kabelnetz. Unterm Strich ergibt dies im zweiten Quartal 66.000 neue Breitbandkunden für Vodafone. Die Zukunft sieht Vodafone im Ausbau der schnellen Internetzugänge per Kabel. Bereits über sechs Millionen Haushalte können schon jetzt mit bis zu 200 Mbit/s schnellen Internetanschlüssen versorgt werden, im kommenden Jahr sollen bereits zehn Millionen Haushalte auf die maximale Bandbreite zugreifen können. Knapp 15 Millionen Haushalte können aktuell bei Bedarf mit bis zu 100 Mbit/s im Internet surfen.

Ebenfalls weiter rückläufig ist das TV-Geschäft. Zum Ende des zweiten Quartals zählte Vodafone noch rund 7,87 Millionen TV-Kunden, 19.000 Kunden weniger im Vergleich zum vorangegangenen Quartal.

245.000 neue Mobilfunk-Vertragskunden - weiterer Ausbaus des LTE-Netzes

Neben dem gut laufenden Geschäft mit schnellen Kabelanschlüssen gab es aber auch in Vodafones Mobilfunksparte Lichtblicke. Im zweiten Quartal konnte Vodafone 245.000 Vertragskunden hinzugewinnen. Nach Unternehmensangaben ist dies eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Mobilfunk-Vertragskunden kletterte bis Ende September auf rund 16,35 Millionen. Insgesamt zählt Vodafone zum Ende des zweiten Quartals rund 30,22 Millionen Mobilfunkkunden. Gegenüber dem ersten Quartal sank die Zahl der Mobilfunkkunden aber um 99.000 – wegen eines weiteren Rückgangs bei den Prepaid-Kunden.

Vodafone versorgt inzwischen bereits 81 Prozent der Deutschen per LTE. Bis Mitte 2016 soll das LTE-Netz um weitere zwei Millionen Haushalte erweitert werden. Dann versorgen die Düsseldorfer 90 Prozent Deutschlands mit dem schnellen Mobilfunkstandard.

Trotz Vertragskundenwachstums bei Kabel-Internet und Mobilfunk sank der Serviceumsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,8 Prozent auf 2,45 Milliarden Euro, der Mobilfunkumsatz ging um 2,8 Prozent auf rund 1,55 Milliarden Euro zurück. Der Festnetzumsatz blieb mit 929 Millionen Euro dank des Kabelgeschäfts stabil.

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