Keine Einigung

Vodafone und Liberty Global beenden Gespräche

Vodafone und Liberty Global konnten sich offenbar in ihren Verhandlungen nicht einig werden. Eigentlich wollten beide Unternehmen Geschäftsteile austauschen, nun wurden die Gespräche eingestellt. Der genaue Grund ist unklar.

VodafoneBei den Gesprächen zwischen Vodafone und Liberty Global wurden die beiden Unternehmen nicht handelseinig.© Vodafone GmbH

London - Der Telekomkonzern Vodafone und der Kabelriese Liberty Global sind sich bei den Verhandlungen um einen Tausch von Geschäftsteilen nicht handelseinig geworden. Die Gespräche seien beendet worden, teilte Vodafone am Montag in einer knappen Mitteilung mit, ohne näher auf die Gründe einzugehen.

Steuerregeln als Hindernis?

Beide Konzerne hatten Anfang Juni die Öffentlichkeit über ihre Verhandlungen informiert. Dass das Vorhaben nicht einfach wird, hatte sich zuletzt abgezeichnet. "Wir haben noch keinen Weg gefunden, der für beide Seiten erfolgreich wäre, sagte vergangene Woche der Verwaltungsratschef von Liberty Global, John Malone, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Kreisen zufolge sollen komplexe Steuerregeln ein großes Hindernis gewesen sein.

Die Vodafone-Aktie verlor am Montagvormittag als einer der schwächsten Werte im britischen Leitindex knapp 4 Prozent. Berenberg-Analyst Paul Marsch zeigte sich dennoch erleichtert, dass ein Geschäft zwischen Vodafone und Liberty Global nicht zustande gekommen ist. Er sei niemals davon überzeugt gewesen, dass ein Tauschgeschäft zum Vorteil der Vodafone-Aktionäre sei. Aus seiner Sicht hätte nur ein Zusammenschluss, der dann auch entsprechende Synergien bringe, eine Wertsteigerung für die Anteilseigner beider Seiten bedeutet. Zusammen kämen Liberty Global und Vodafone auf 80 Milliarden US-Dollar Umsatz und eine Marktkapitalisierung von über 130 Milliarden Dollar.

Liberty Global besitzt vor allem in Europa Kabelnetze. Der US-Konzern hatte 2013 sowohl den niederländischen Anbieter Ziggo als auch den britischen Konzern Virgin Media für insgesamt 16 Milliarden Dollar übernommen. Hierzulande besitzt Liberty Global den zweitgrößten deutschen Anbieter Unitymedia (www.unitymedia.de). Vodafone (www.vodafone.de) ist ebenfalls in das Geschäft mit Breitband eingestiegen, unter anderem mit dem Kauf des größten deutschen Anbieters Kabel Deutschland (www.kabeldeutschland.de).

Quelle: DPA

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