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Hintergrund

Warum das Internet auf dem Lande langsamer ist

Immer wieder ist die Rede davon, dass man in ländlichen Regionen im Schneckentempo surft, sich in größeren Städten aber deutlich schneller im Netz bewegen kann. Doch warum ist das eigentlich so?

Linden (red) - Nach wie vor gibt es in Deutschland ein deutliches Gefälle zwischen Stadt und Land - das gilt insbesondere für die Infrastruktur. Auf dem Land gibt es schlechtere Anbindungen im öffentlichen Nahverkehr, es gibt weniger Ärzte, weniger Schulen - und vielfach eine deutlich reduzierte Aussttattung mit schnellem Internet. Doch warum surft man auf dem flachen Land eigentlich häufig im Schneckentempo?

Weniger Kunden, weniger Umsatz

Ein Grund ist die mangelnde Refinanzierbarkeit von Ausbaumaßnahmen. Konzerne wie die Deutsche Telekom wollen für die teuren Tiefbaußmaßnahmen, die vielfach nötig sind, irgendwann auch Bares sehen - in Form einer möglichst großen Zahl von Kunden. Doch da ländliche Regionen dünner besiedelt sind und der Altersschnitt dort höher liegt, ist ein Ausbau nicht so lohnend wie in der Stadt, wo auf einen Quadratkilometer erheblich mehr Interessenten kommen. Laut Deutscher Telekom kostet ein Kilometer Tiefbauarbeiten bis zu 50.000 Euro.

Warum gebuddelt werden muss

Da in vielen Dörfern und kleinen Gemeinden noch veraltete Kupferkabel liegen und keine Glasfaserkabel, sind Tiefbauarbeiten häufig nicht zu vermeiden. Auch in Ostdeutschland, wo nach der Wende bereits vielfach Glasfaser verlegt wurde, benötigt die damals als hochmodern geltende Technik einen Überbau - denn vor zehn Jahren hat noch niemand mit einem ständig steigenden Bandbreitenbedarf und einem derart intensiven Traffic gerechnet.

Kompliziertere Technik

Hinzu kommt, dass bei alternativen Anbietern, deren Komplettpakete oft günstiger sind als die der Telekom, in bestimmten ländlichen Regionen ein so genannter Regio-Zuschlag anfällt, meist fünf Euro zusätzlich. Dieser Zuschlag fällt an, weil die technische Realisierung auf dem Lande vielfach aufwändiger ist, da dort auf ein zusätzliches Vorleistungsprodukt der Telekom zurückgegriffen werden muss. Das ermöglicht den Anbietern zwar die Schaltung von Anschlüssen auf eigenen Namen und eigene Rechnung, erhöht jedoch die Kosten.

Alternativen und Auswege

Weil der terrestrische Ausbau so teuer ist, kooperiert die Telekom für das so genannte Bauern-DSL inzwischen immer häufiger mit DSL-interessierten Gemeinden, die sich am Ausbau dann finanziell beteiligen. Zudem kommen andere Techniken zum Einsatz wie Zugänge über Funk, via Satellit oder auch übers Stromkabel. In manchen Regionen sind auch Kabelnetzbetreiber mit vergleichsweise sehr schnellen Anbindungen vertreten.

15.01.2010

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