Datenschutz

WhatsApp verschlüsselt künftig alle Inhalte vollständig

Sämtliche Inhalte, die über WhatsApp kommuniziert werden, sind künftig nur noch für die Nutzer des Messengers sichtbar. Auch Sicherheitsbehörden wird damit der Zugriff entzogen.

WhatsApp ChatInhalte über WhatsApp sind künftig komplett verschlüsselt.© Rido / Fotolia.com

Mountain View - Alle Inhalte, die über WhatsApp laufen, sind künftig mit Verschlüsselung geschützt. Der zu Facebook gehörende Kommunikationsdienst mit einer Milliarde Nutzer führte die sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ein, wie die Gründer Jan Koum und Brian Acton am Dienstag dem US-Magazin "Wired" sagten.

Inhalte für WhatsApp selbst nicht mehr einsehbar

Dadurch werden die Texte, Fotos, Videos oder Anrufe nur für die beteiligten Nutzer sichtbar sein - aber auch nicht mehr für WhatsApp selbst. Damit kann WhatsApp die Inhalte auch nicht mehr an Sicherheitsbehörden weitergeben. Eine ähnliche Politik von Apple ist der US-Regierung schon lange ein Dorn im Auge. Der Schritt von WhatsApp dürfte die Spannungen zwischen dem Silicon Valley und Washington weiter verschärfen.

Apple lieferte sich jüngst einen Streit vor Gericht mit dem FBI und dem US-Justizministerium, weil der Konzern sich weigerte, beim Aushebeln des Passworts auf einem iPhone zu helfen. Das FBI kam schließlich mit Hilfe eines externen Dienstleisters an die Daten heran, das Verfahren wurde damit hinfällig.

Überwachungen scheiterten an bisherigen WhatsApp-Verschlüsselung

WhatsApp und Facebook hatten in dem Verfahren Apple den Rücken gestärkt. Nach Informationen der "New York Times" denkt das US-Justizministerium auch über ein gerichtliches Vorgehen gegen WhatsApp nach. In einem Ermittlungsfall seien von einem Richter angeordnete Überwachungsmaßnahmen schon an den bisherigen Verschlüsselungsmaßnahmen bei dem Dienst gescheitert. WhatsApp hatte bereits einen Teil der Nachrichten verschlüsselt.

Rund 15 Programmierer arbeiteten an der Verschlüsselung

Die allgemeine Verschlüsselung wurde von einem Team von rund 15 Programmierern mit Hilfe des offenen Projekts Open Whisper Systems entwickelt, berichtete das Magazin "Wired" nach Interviews mit den WhatsApp-Gründern. Ursprünglich sollte der Schritt demnach auf der Internet-Konferenz DLD in München angekündigt werden. Doch Ende vergangenen Jahres sei offensichtlich geworden, dass die Entwicklung mehr Zeit in Anspruch nehmen werde. Koum sprach in Deutschland stattdessen darüber, wie er künftig mit Kommunikationsdiensten für Unternehmen Geld verdienen will.

Quelle: DPA

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