Abzocke am Telefon: Lockanrufer werden immer dreister
Die Zahl der Opfer unseriöser Telefongeschäfte ist im vergangenen Jahr massiv angestiegen. Die Tricks der Anrufer werden dabei immer dreister, warnt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.
Mainz (ddp-rps) - 7200 Menschen haben im vergangen Jahr bei der Verbraucherzentrale Hilfe gesucht, weil sie oder ihre Angehörigen Opfer unseriöser Telefongeschäfte wurden. Das sei ein Anstieg von rund 50 Prozent zum Vorjahr, teilte Verbraucherzentralen-Chefin Ulrike von der Lühe am Donnerstag in Mainz mit. "Wir haben den Gesetzgeber schon mehrfach darauf hingewiesen, dass hier Handlungsbedarf besteht, doch entsprechende Gesetzesvorhaben blieben bisher auf der Strecke", so von der Lühe.
Neue Maschen der Anrufer
Neben den seit Jahren bekannten Werbeanrufen für beispielsweise Lottospiele und Telefonanbieter registrierten die Verbraucherschützer einen neuen perfiden Trick: Ein Anrufer gibt sich als "Verbraucherschutzzentrale" aus und drängt dem Angerufenen "Schutz vor unseriösen Anrufen" gegen eine Gebühr auf - zuletzt so geschehen vor wenigen Wochen im Raum Koblenz.
Datenskandale setzen sich fort
Rechtsexpertin Carmen Gahmig beklagte, dass die Novellierung des Bundesdatenschutzgesetzes, über die am Freitag im Bundestag erneut beraten wird, die Verbraucherrechte zu wenig berücksichtige. Die neue Vorlage schütze Verbraucher weiterhin nicht vor untergeschobenen Verträgen und der Weitergabe ihrer Daten ohne ausdrückliche Erlaubnis. "Die Datenskandale werden sich weiter fortsetzen", warnte Gahmig.
03.07.2009

