Telekom erlaubt Teilzeitjobs auch für Führungskräfte
Das ehemals schwerfällige Dickschiff mausert sich immer mehr zum Vorzeigekonzern: Zusätzlich zur Frauenquote plant die Telekom auch Teilzeitstellen für Führungskräfte und erklärt Mails am Wochenende für passé. Personalvorstand Sattelberger visiert eine "andere Firmenkultur" an.
Düsseldorf (afp/red) - "Klug gemacht" könne dies zu einem guten Instrument der Personalentwicklung werden, sagte Personalvorstand Thomas Sattelberger dem "Handelsblatt" vom Donnerstag. Er kündigte an, dass die Telekom ihre im März eingeführte Frauenquote auch auf die Aufsichtsräte von Tochterunternehmen und deren Gesellschafen ausdehnen werde. "30 Prozent erscheinen mir auch für diese Gremien geeignet."
Erster Börsenkonzern mit Frauenquote
Die Telekom hatte im März als erstes großes börsennotiertes Unternehmen eine Frauenquote eingeführt. Bis 2015 soll ein Drittel aller Führungspositionen im Konzern mit Frauen besetzt sein. Derzeit sind es 13 Prozent.
Sattelberger begrüßte die Ankündigung von Familienministerin Kristina Schröder (CDU), Unternehmen über die Berichtspflicht zu mehr Frauenförderung zu zwingen. "Die Wirkung sollte man nicht unterschätzen. Es gibt nichts Schlimmeres als gesellschaftliche Ächtung."
Keine Mails mehr am Wochenende
Der Personalvorstand möchte bei der Telekom nicht nur die Frauen fördern, sondern eine andere Unternehmenskultur schaffen: "Wir haben zum Beispiel beschlossen, dass Mitarbeiter E-Mails am Wochenende nicht mehr beantworten müssen", sagte er dem "Handelsblatt". Die Symbolik sei "ganz simpel: Das Unternehmen kann und soll nicht komplett über die Zeit der Menschen verfügen."
17.06.2010

