Telekom-Spitzelaffäre: Ricke und Zumwinkel vor Anklage
Die Ermittlungen im Telekom-Schnüffelskandal stehen offenbar vor dem Abschluss. Dadurch geraten vor allem hochrangige Vorstände wie Ricke und Zumwinkel immer mehr unter Druck. Beiden droht wohl eine Anklage.
Hamburg/Bonn (ddp/red) - Nach einem am Samstag verbreiteten Vorabbericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" wird die Bonner Staatsanwaltschaft das seit 16 Monaten dauernde Verfahren vermutlich noch in diesem Jahr abschließen.
Laut "Spiegel" geraten unter anderem Ex-Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke und Ex-Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel durch ein im Jahr 2005 von der Telekom in Auftrag gegebenes Gutachten weiter unter Druck. Zumwinkel und Ricke stehen im Verdacht, der Konzernsicherheit den Auftrag gegeben zu haben, einer undichten Stelle im Aufsichtsrat durch den Abgleich von Telefonverbindungsdaten nachzugehen. Das ist ein Verstoß gegen Datenschutzbestimmungen.
Zumwinkel und Ricke beharren darauf, von illegalen Machenschaften nichts gewusst zu haben. Rechtsgutachten seien ihnen zum damaligen Zeitpunkt nicht bekannt gewesen.
Die Staatsanwaltschaft Bonn untersucht seit Frühjahr 2008 den so genannten Schnüffelskandal bei der Telekom. Nach Angaben der Ermittler hat das Unternehmen 2005 und 2006 die Telefonverbindungsdaten von Aufsichtsräten der Telekom, Angehörigen des Betriebsrats, Journalisten, aber auch von Dritten wie ver.di-Chef Frank Bsirske ausgespäht, die mit dem Konzern nicht unmittelbar zu tun haben. Insgesamt ist von mindestens 55 Personen die Rede.
21.09.2009

