Wieder ein Selbstmord bei France Telecom
Bei der französischen Telefongesellschaft France Telecom hat sich erneut ein Mitarbeiter das Leben genommen. Das ist der 35. Suizidfall innerhalb von zwei Jahren beim französischen Ex-Monopolisten. Als Ursache der Selbstmordwelle wird der Umbau des Konzerns vermutet.
Lille (afp/red) - Der 52 Jahre alte Beschäftigte habe sich Ende Januar außerhalb seiner Arbeitsstätte im nordfranzösischen Hirson mit einem Stromkabel erhängt, teilten Gewerkschaftsvertreter am Dienstagabend mit. Der Mann sei früher Netzwerk-Techniker gewesen, habe aber zuletzt in einem Callcenter gearbeitet. Die Konzernführung erklärte, das Unternehmen habe vorerst keine Hinweise auf die Motive des Selbstmordes. Die zuständige Regionalverwaltung von France Télécom verwies dagegen auf die Trennung des Mannes von seiner Frau.
Insgesamt 35 Suizide
Bei dem Telefonkonzern haben sich in den vergangenen zwei Jahren 35 Menschen das Leben genommen. Die Gewerkschaften machen dafür den rasanten Konzernumbau mitverantwortlich, durch den viele Beschäftigte versetzt und die Arbeitsabläufe stark verändert würden. Die Selbstmord-Serie hat bereits Konzernchef Didier Lombard den Job gekostet. Er wird im März durch seinen früheren Stellvertreter Stéphane Richard ersetzt. Lombard hätte eigentlich noch gut ein Jahr an der Konzernspitze bleiben sollen.
10.02.2010

