EU verschafft Handykunden Milliarden-Entlastungen
Nicht nur Telefonate mit dem Handy und das Verschicken von SMS, sondern auch Daten-Downloads werden ab Juli in der EU deutlich günstiger. Gerade beim Datenabruf gelten im Ausland immer noch Mondpreise.
Osnabrück (ddp/red) - Die Vorsitzende des für den Markteingriff zuständigen Ausschusses für Industrie, Energie und Forschung, Angelika Niebler, sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwochausgabe) laut Vorabbericht, die europäischen Mobilkunden würden um 3,5 Milliarden Euro pro Jahr entlastet. Die entsprechende EU-Verordnung werde am Mittwoch vom Europäischen Parlament verabschiedet.
Maximal ein Euro pro MB
Der Endkundenpreis für aus dem Ausland versandte Textnachrichten wird dem Blatt zufolge auf maximal elf Cent begrenzt. Für das Daten-Roaming soll die Obergrenze für den Großhandelspreis ab Juli 2009 bei einem Euro pro Megabit liegen. Ab Juli 2010 gelten 80 Cent und ab Sommer 2011 dann 50 Cent. Ab einem Betrag von 50 Euro soll die Verbindung getrennt werden, um sogenannte Schock-Rechnungen zu vermeiden. Zudem werden die Obergrenzen für Gesprächsminuten im EU-Ausland in drei Schritten auf schließlich 35 Cent für selbst getätigte und 11 Cent für angenommene Anrufe gesenkt werden.
Bisherige Verordnungen griffen kaum
Niebler sagte: "Wir haben bei den Mobilfunkanbietern völlig überhöhte Tarife festgestellt, bei denen Leistung und Gegenleistung aus dem Ruder gelaufen sind". Natürlich müssten die Mobilfunkanbieter Gewinne erwirtschaften. "Aber den Kunden ist über Jahre zu tief in die Tasche gegriffen worden. Das kann man auch als Abzocke bezeichnen", sagte sie. Das Eingreifen in das Preisgefüge des Mobilfunkmarktes sei zwar ein "schweres Schwert", doch nach der ersten EU-Verordnung von 2007 habe sich die Marktentwicklung nicht verbessert.
Am Mittwochmittag wurden die Änderungen wie dargelegt bestätigt.
22.04.2009

