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Netzüberlastung

Forscher gegen ruckelnde Videos auf dem Handy

Wenn Videos auf dem Smartphone ruckeln, kann das mehrere Gründe haben, unter anderem auch eine Netzüberlastung. Forscher des Fraunhofer-Instituts stellen auf dem MWC eine Lösung vor, von der Netzbetreiber und Handynutzer profitieren würden.

Telefonieren© Suprijono Suharjoto / Fotolia.com

München/Berlin (red) - Nicht nur ein schwacher Prozessor oder schlechter Empfang können die Ursache für ruckelnde Videos auf dem Smartphone sein, sondern auch eine Überlastung des Mobilfunknetzes. Laden zu viele User gleichzeitig zu große Datenmengen herunter, ist die Mobilfunkzelle überfordert. Ein optimierter Radio Ressource Manager soll Netzbetreibern künftig helfen, starke Netzbelastungen abzufedern.

Das Problem

Die heute gängigen Radio Ressource Manager, die in jeder Netzwerkzelle angebracht sind, überprüfen, welcher Anwender welche Daten braucht und wie viel Kapazität ihre Übertragung benötigt – und sie sollen dafür sorgen, dass jeder Nutzer die angeforderten Daten schnell erhält. Bei Videos, die übers Internet angeschaut werden, funktioniert das jedoch nur mäßig oder gar nicht. Denn die Videos sind für die Mobilfunknetze nicht greifbar, sie "wissen" nicht, wie groß die heruntergeladenen Datenmengen sind und welche Anforderungen der Videostrom hat. Lädt das mobile Gerät gerade eine kurze Sequenz, die stark komprimiert ist, oder ein 90 Minuten Video bei höchster Qualität?

Eine mögliche Lösung

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut HHI in Berlin haben diese Radio Ressource Manager nun optimiert. "Dafür kombinieren wir den neuen Mobilfunkstandard Long Term Evolution LTE, der UMTS ablöst, mit einem Format für das Webstreaming, dem Dynamic Adaptive Streaming over Http, kurz DASH", sagt Dr. Thomas Schierl, Gruppenleiter Multimedia-Kommunikation am HHI.

Der Standard DASH erlaubt es unter anderem, Videos und Bilder in unterschiedlichen Qualitäten zur Verfügung zu stellen, also mit unterschiedlichen Dateigrößen. Der Nutzer kann somit zwischen verschiedenen Bildauflösungen wählen und festlegen, wie schnell sich Internetseiten aufbauen oder Videos geladen werden. Klickt der Nutzer auf die Vorschau, um ein Video zu starten, überprüfen Sendestation und mobiles Endgerät automatisch, wie der Empfang ist und wie stark das Netz ausgelastet ist. Ist der Empfang schlecht oder das Netz überlastet, passen Sendestation und das mobile Empfangsgerät die Qualität des Videos so an, so dass der Anwender den Film ruckelfrei sehen kann. Bei schlechtem Empfang oder überlastetem Netz sinkt lediglich die Bildqualität des Videos etwas ab. Bessert sich die Verbindung, steigt auch die Bildqualität wieder.

Präsentation in Barcelona

Vom optimierten Radio Ressource Manager profitieren auch die Netzbetreiber: Sie können die Ressourcen einer Netzwerkzelle besser ausnutzen als bisher. So sollen mehr Nutzer gleichzeitig bedient werden können. Einen Prototyp des optimierten Radio Ressource Manager haben die Forscher bereits realisiert. Die Technik soll auf dem Mobile World Congress in Barcelona präsentiert werden.

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