T-Mobile verlangt für Internettelefonie zehn Euro Aufpreis
T-Mobile will es seinen Kunden ab Sommer gestatten, über einen speziellen Zusatztarif mit dem Handy über das Internet zu telefonieren. Das impliziert allerdings einen deutlichen Aufpreis - für die stärkere Beanspruchung des Netzes, wie es heißt.
Bonn (afp/red) - Die Telekom-Mobilfunktochter T-Mobile (www.t-mobile.de) wolle künftig Tarife für Internet-Telefonate mit Anbietern wie etwa dem Marktführer Skype ab einem Preis von knapp zehn Euro im Monat anbieten, sagte ein Telekom-Sprecher am Dienstag in Bonn. Der Preis sei je nach Tarif gestaffelt; Details nannte der Sprecher nicht. Bislang ist die Nutzung solcher Dienste bei der Telekom verboten. T-Mobile behält sich bei Kunden vor, die trotzdem über das Internet telefonieren, die dafür benötigte Software zu sperren.
Warum die Mobilfunker VoIP blocken
Internet-Telefonate über das Handy werden bei Verbrauchern immer beliebter, weil sie wenig oder gar nichts kosten. Nutzer zahlen meist lediglich die monatliche Pauschale für das mobile Internet über den UMTS-Standard, ansonsten allenfalls noch geringe Gesprächsgebühren an Drittanbieter wie etwa Skype. Das stößt auf Widerstand bei vielen Telefonkonzernen, weil dadurch deren Investitionen in das Mobilfunknetz in Frage gestellt werden.
Die eigenen Pfründe sichern
T-Mobile habe seine Investitionen unter der Maßgabe kalkuliert, Einnahmen sowohl aus herkömmlichen Telefonaten über das Handynetz als auch das mobile Internet zu erzielen, erklärte ein Telekom-Sprecher. "Wenn diese Grundlage nicht mehr gegeben ist, ist die Zukunftssicherheit der Netze in Gefahr." Handy-Kunden, die über das Internet telefonieren, müssten mehr zahlen, weil sie das Datennetz stärker beanspruchten. Würden diese Kunden nicht stärker belastet, wäre dies ungerecht gegenüber jenen Nutzern, die über das Handy keine Internet-Telefonate machen.
03.06.2009

