Widerspruch nötig

Tarifwechsel: Vodafone CallYa-Kunden werden umgesiedelt

Vodafone stellt Prepaid-Tarife seiner Kunden ungefragt um. Eine Wiederherstellung ist zwar kostenlos möglich, jedoch könnten viele die Umstellung nicht bemerken. Dann wird ein Tarif ohne Basispreis gegen einen mit monatlicher Gebühr umgetauscht.

Strahlung© B. Neeser / Fotolia.com

Düsseldorf (red) - Vor wenigen Tagen erhielten Kunden in einigen CallYa-Tarifen von Vodafone (www.vodafone.de) eine SMS, in der sie darüber informiert wurden, dass der bisherige Tarif in den CallYa-Open End Talk & SMS umgewandelt wird. Der neue Tarif hat eine monatliche Grundgebühr und eignet sich eher für Vieltelefonierer.

Info-SMS bleibt nicht lange erhalten

Viele Prepaid-Kunden könnten die entsprechende Simkarte mit dem alten Tarif in einer Schublade liegen haben, für alle Fälle. Diese Kunden werden von der Umstellung nur schwerlich etwas bemerken. Denn Vodafone hat Medienberichten zufolge solche Aktionen schon früher gestartet: In diesen Fällen wurde wenige Tage nach Erhalt die SMS schon wieder gelöscht.

Schaut man also nicht regelmäßig auf das Handy, wird der Tarif unwissentlich umgestellt. Die Umstellung bedeutet für die Kunden einen monatlichen Basispreis von 1,50 Euro, bis das Guthaben unter die Grundgebühr fällt, dann wird die Option eingefroren, bis wieder genug Guthaben vorhanden ist. Des Weiteren telefoniert man pro Gespräch für 29 Cent, jede erste SMS am Tag kostet 29 Cent, danach sind bis zu 100 netzinterne (!) SMS kostenlos möglich. In anderen CallYa-Tarifen wie CallYa 5/15 konnte man netzintern für fünf Cent pro Minute und in andere deutsche Netze für 15 Cent pro Minute telefonieren.

Kostenlose Wiederherstellung des Tarifs möglich

Alle Kunden, die diese Umstellung nicht wünschen, können sich bei der Kundenhotline melden und den Tarifwechsel kostenlos wieder rückgängig machen, verspricht ein Unternehmenssprecher. Mögliche Kosten, die durch den monatlichen Basispreis entstanden sein könnten, werden nach Prüfung gut geschrieben, heißt es weiter.

Rechtliche Grundlage

Der unter anderem auf Verbraucherrecht spezialisierte Berliner Rechtsanwalt Thomas Hollweck erläutert gegenüber der Redaktion die Rechte und Pflichten des Kunden in diesem Fall. Ein Prepaid-Vertrag unterliegt demnach ebenfalls den normalen Bedingungen eines Mobilfunkvertrags. Der Vertrag ist zweiseitig; ändert eine Partei die Konditionen, muss die andere zumindest informiert werden. Eine SMS hält der Rechtsanwalt nicht für ausreichend. Denn die SMS landet möglicherweise auf einem Handy, das dauerhaft ausgeschaltet ist. So kann der Kunde keine fristgerechte Wiederherstellung (innerhalb von zwei Wochen) beantragen.

Haftungsrisiko für Vodafone

Vodafone geht mit einer derartigen Vertragsumstellung Hollweck zufolge ein hohes Haftungsrisiko ein: Angenommen, ein Kunde legt die Prepaid-Karte mit Handy in sein Auto, um bei einem Unfall einen Arzt rufen zu können, so wäre dies plötzlich nicht mehr möglich, wenn aufgrund der einseitigen Vertragsumstellung das Prepaid-Guthaben langsam leerläuft. Zwar sind Notrufe auch mit leerer Sim-Karte möglich, aber nicht mit einer deaktivierten Karte. Für alle Folgeschäden wie gesundheitliche Schäden oder gar Tote, hafte dann Vodafone, so die Auskunft des Anwalts.

www.kanzlei-hollweck.de
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