Telekom-Datenklau: Der Dieb kam offenbar von innen
Der Diebstahl der Datensätze von 17 Millionen Handykunden wurde offenbar von einem Mitarbeiter der Deutschen Telekom begangen. Diesen Schluss legen Äußerungen des Telekom-Datenschutz-Vorstands Dr. Manfred Balz nahe.
München (red) - In einem Interview mit dem Technikmagazin Chip habe Balz gesagt: "Es gibt einen verdächtigen ehemaligen Konzernangehörigen." Weitere Fälle von Datendiebstahl seien nicht grundsätzlich auszuschließen, da gegen "kriminelle Innentäter nicht in jedem Fall ein Kraut gewachsen" sei. Balz ist seit Oktober 2008 als Datenschutz-Vorstand für den einstigen Staatskonzern tätig.
Serie von Datenskandalen
Der millionenfache Diebstahl von Mobilfunk-Kundendaten fand bereits 2005 statt, wurde aber erst drei Jahre später bekannt und war Höhepunkt einer Serie von Datenschlampereien und Bespitzelungen bei der Telekom. Wie Balz im Chip-Interview sagte, war "der Täter damals berechtigt, auf diese Datensätze zuzugreifen - er hat seine Berechtigung aber missbraucht".
Was geändert wurde
Infolge des Datenskandals habe der Konzern die Sicherheitsmaßnahmen radikal verschärft: "Zum Beispiel haben wir an alle Systeme, die Kundendaten führen, sogenannte Datenschutz-Paten angedockt, die dort aufpassen und in kritischen Situationen direkt dem Datenschutz-Beauftragten und mir berichten", so Balz.
Nicht alles kann verhindert werden
Auf die Frage, ob ein erneuter Datenklau im großen Stil wirklich verhindert werden könne, antwortete Balz: "So leicht war es damals auch nicht. Wir vermuten, dass es ein sogenannter Innentäter war, der wusste, wie der Zugang zu den Daten geregelt ist, und der genügend Zeit hatte, sie zusammenzustellen." Inzwischen seien die Alarmschwellen für einen Massenabruf "drastisch reduziert" worden, zudem würden die Aufrufe in den Systemen umfangreicher und detaillierter registriert.
12.05.2009

