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Computervirus to go

Wenn das iPhone zum Angriffsziel von Hackern wird

Smartphones finden immer mehr Käufer und werden damit auch interessanter für Hacker. Die Handys sind meist nicht ausreichend geschützt und bieten daher genügend Angriffsfläche für schädliche Programme und Spionage.

Hannover (afp/red) - Es war nur ein Scherz, aber auch eine deutliche Warnung: Im November veröffentlichte der australische Student Ashley Towns den ersten Virus für das iPhone. Der Wurm "Ikee" war für das Kulthandy zwar ungefährlich, er tauschte lediglich das Hintergrundbild aus. Doch der 21-Jährige machte damit klar, dass auch die immer beliebteren Smartphones ein Angriffsziel für Cyberkriminelle sind. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt nun auf der CeBIT in Hannover: Hacker nehmen die Alleskönner-Handys zunehmend ins Visier.

Schadprogramme über Apps und WLAN

Wenn Handys und Smartphones nicht ausreichend geschützt sind, ist es laut BSI für Kriminelle möglich Malware durch Apps oder über drahtlose Schnittstellen oder auf die Geräte einzuschleusen. Genutzt werden kann dafür etwa WLAN, womit sich Nutzer normalerweise mit dem Internet verbinden. Auch die Drahtlos-Technik Bluetooth, mit denen sich moderne Handys etwa mit Freisprecheinrichtungen verbinden lassen, kann demnach ausgenutzt werden.

Kein ausreichender Schutz gegen Viren

Bislang hilft Smartphones allerdings noch eines: die Vielfalt der unterschiedlichen Systeme. Bei Computern programmieren Hacker ihre Schadprogramme meist für Windows - denn das Betriebssystem ist auf 90 Prozent aller Computer weltweit installiert. Viren für Smartphones müssten sie dagegen gleich mindestens fünfmal programmieren. Trotzdem seien die bislang integrierten Sicherheitsmechanismen darauf nicht abgestimmt, die Standardeinstellung "zu lasch". Das sei den Nutzern nicht bewusst.

Nach Einschätzung des russischen IT-Sicherheitsspezialisten Kaspersky Lab werden Angriffe auf Smartphones in diesem Jahr einer der Trends von Kriminellen sein. Doch nicht nur durch Viren sind Smartphones gefährdet - sondern auch, weil sie so mobil sind. In der Londoner U-Bahn werden inzwischen mehr Smartphones verloren als Regenschirme, so Jens Voigt von Kaspersky.

Per Smartphone Zugang zu Firmen und Bankdaten

Wenn Nutzer darauf wichtige Daten haben, sind die für den Eigentümer nicht nur verloren - sondern gelangen auch schnell in die Hände von unehrlichen Findern. Sind Smartphones dann noch etwa an Unternehmensnetzwerke angebunden, bieten sie zugleich ein Einfallstor dort hinein. Kaspersky bietet daher nicht nur einen Virenschutz für Smartphones an, sondern einen Dienst, mit dem sich die Geräte sperren oder die Daten ganz löschen lassen.

Was per Wurm weiterhin möglich ist, zeigt eine modifizierte Version des Wurms: Mit ihr ließen sich Befehle an das iPhone senden, wie das BSI berichtet. Und Onlinebanking-Nutzer etwa konnten damit leicht auf eine gefälschte Seite weitergeleitet werden. Damit lohnt sich der Angriff auf das Apple-Kulthandy dann schnell: Denn meist reichen wenige Nutzer, die auf Viren hereinfallen, um stattliche Umsätze zu erzielen.

05.03.2010

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