Tipps für Eltern

Cybermobbing: Wie schütze ich mein Kind?

Cybermobbing knüpft in seinen Ausmaßen problemlos an "echtes" Mobbing an. Viele Kinder leiden unter hohen psychischen Belastungen durch Beleidigungen und Beschimpfungen im Internet. Was können Eltern tun, um ihren Kindern in dieser Situation zu helfen?

Tablet-PC für Kinder© karelnoppe / Fotolia.com

Aufgrund der virtuellen Natur des Internets empfinden gerade Eltern Cybermobbing als weniger bedrohlich als "herkömmliches" Mobbing – was falsch ist.

Wie läuft Cybermobbing ab?

Besonders beliebt als Plattform für Cybermobbing ist Facebook. Das liegt nicht etwa an zu laschen Sicherheitsvorkehrungen oder Datenschutzrichtlinien, sondern schlicht daran, dass es das größte soziale Netzwerk mit den meisten Nutzern ist. Dort werden einzelne Kinder auch nach Schulende bloßgestellt, bedroht, mit Falschaussagen in Verbindung gebracht und Beschimpfungen ausgesetzt – also gemobbt. Da das Internet niemals schläft und niemals vergisst, aber gleichzeitig einen hohen Stellenwert im Leben von Kindern und Jugendlichen einnimmt, wird das Problem von allein nur selten verschwinden. Eltern, Pädagogen und Schulen sind dann gefragt – und in besonders schwierigen Fällen auch die Polizei.

Cybermobbing kann jedes Kind treffen

Es spielt beim Mobbing nicht unbedingt eine Rolle, wie beliebt oder angesehen ein Kind in der Schule ist. Sowohl der typische Einzelgänger, der lieber für sich alleine die Tage verbringt, als auch Kinder mit einem weiten sozialen Netz können Mobbingopfer werden. Eine internationale Studie von Vodafone und dem Meinungsforschungsinstitut YouGov hat 2015 festgestellt: Fast jeder fünfte Jugendliche hat bereits unter Mobbing im Netz gelitten. In Deutschland kennt jeder Dritte ein Mobbing-Opfer im engeren Umkreis.

Eltern als erste Anlaufstation für Kinder

Die Kinder bekommen durch Cybermobbing das Gefühl, dass mit ihnen etwas nicht stimmt – denn wieso sollten die Mitschülerinnen und Mitschüler es sonst auf sie abgesehen haben? Aus dieser verqueren Gedankenspielerei gibt es alleine oft keinen Ausweg mehr, professionelle Hilfe ist dann gefragt.

Vertraut sich ein Kind den Eltern (oder auch nur einem Elternteil) an, sollten diese Erfahrungen auf keinen Fall als typische Schulhofhänseleien abgetan werden. Bekannte Anlaufstellen im Internet, um sich Hilfe zu holen, sind unter anderem klicksafe.de – eine seitens der EU ins Leben gerufene Initiative zum Thema Cybermobbing – oder auch jugendschutz.net. Dort werden auch andere, verwandte Themen aufgegriffen.

In schweren Fällen: Polizei

Bei besonders heftigen Auswüchsen des Cybermobbings sollten Eltern in Zusammenarbeit mit den Kindern beispielsweise SMS- oder Textnachrichten sowie E-Mails ebenso speichern wie Screenshots von Facebook und anderen Netzwerken, in welchen das Kind gemobbt wird. Parallel sollten ohnehin natürlich die Schule und gegebenenfalls wichtige Lehrkräfte (Klassenlehrer, Vertrauenslehrer) informiert werden. In diesen Fällen werden die fraglichen Inhalte dann hoffentlich auch von Facebook & Co. gelöscht – was kein Heilmittel gegen Cybermobbing, aber trotzdem ein guter Anfang ist.

Weitere Ratgeber zum Thema
Top