Reklamation

Garantie und Gewährleistung: Wo liegt der Unterschied?

"Garantie" und "Gewährleistung" sind zwei Begriffe, die im Alltag häufig nicht ganz richtig verwendet werden. Dabei ist der Unterschied im Falle einer Reklamation entscheidend. Bei der Garantie handelt es sich um eine freiwillige Leistung, die Gewährleistung ist vorgeschrieben.

kaputtes HandyDas Handy ist kaputt - ein Fall für die Hersteller-Garantie. Oder doch die Gewährleistung?© alexmillos / Fotolia.com

Die Gewährleistung ist im Gesetz verankert

Die Gewährleistung ist eine gesetzlich festgelegte Regelung, die dafür Sorge trägt, dass ein Kaufgegenstand in einem einwandfreien Zustand an einen Käufer übergeben wird. Das heißt, dass er zum Zeitpunkt des Verkaufs weder Sach- noch Rechtsmängel aufweist. Der Verkäufer haftet, falls Mängel direkt beim Verkauf oder auch erst später bemerkt werden. Die Gewährleistungsfrist kann nicht aus einem Vertrag entfernt werden und gilt im Regelfall zwei Jahre lang (BGB, § 438). Bei gebrauchter Ware kann sie jedoch im beidseitigen Einvernehmen auf ein Jahr gekürzt werden.

Rechte des Käufers

Wird ein Mangel in den ersten sechs Monaten nach dem Kauf entdeckt, wird die Sachlage zugunsten des Verbrauchers beurteilt, außer der Käufer kann nachweisen, dass die Ware zum Zeitpunkt des Verkaufs in einwandfreiem Zustand war. In der Zeit nach den sechs Monaten befindet sich der Käufer in der Pflicht, zu beweisen, dass bereits vor dem Kauf ein Mangel bestand. Für den Fall, dass der Schaden bereits beim Verkauf bestand, hat der Käufer mehrere Rechte (BGB § 437). Dazu gehören die Nacherfüllung, das Rücktrittsrecht und der Anspruch auf Schadensersatz.

Selbstverständlich gilt die Regelung nicht mehr, wenn der Käufer vor Abschluss des Kaufvertrages über den Mangel informiert wurde und wissentlich zugestimmt hat.

Kein Anspruch auf eine Garantie

Die Garantie hingegen sichert dem Käufer eine Schadensersatzleistungspflicht zu und ist eine freiwillige Leistung des Herstellers oder Verkäufers. Deshalb ist der Zustand der Ware zum Zeitpunkt des Kaufes nicht so entscheidend, da sich die Garantie für die Unversehrtheit oder auch Funktionsfähigkeit über einen zuvor festgelegten Zeitraum erstreckt. Die Garantie kann sich nur auf bestimmte Bereiche oder Teile der gekauften Ware beziehen. Bei einem Kauf hat der Käufer keinen Anspruch auf eine Garantie. Sie besteht parallel zur Gewährleistungspflicht und ersetzt diese nicht.

Bei elektronischen Geräten wie Handys oder Tablets gibt es oft eine zusätzliche Garantie des Herstellers, die sich über zwei oder sogar drei Jahre erstreckt. Innerhalb dieser Zeit kann ein defektes Gerät eingeschickt werden und der Hersteller sorgt für Ersatz oder Reparatur. Hat man Schäden jedoch mutwilllig oder durch einen unsachgemäßen Umgang herbeigeführt, muss man damit rechnen, dass die Garantie erlischt.

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