Gefahren im Netz

So macht man den Computer sicher

Den Rechner sicher machen sollte man nicht nur dann, wenn man einen Online-Zugang zu seiner Bank nutzt und via Internet Überweisungen durchführt. Auch mit Zugängen zu Shops oder einem Email-Konto ist der PC Gefahren ausgesetzt. Für den notwendigen Schutz sollten die richtigen Maßnahmen ergriffen werden.

Hacker-AngriffIm Netz lauern jede Menge Gefahren. Mit den richtigen Maßnahmen aber kann man selbst den Rechner sicher machen.© Jürgen Fälchle / Fotolia.com

Berlin (dpa/tmn/red) - Gestohlene Log-in-Daten, unbekannte Bestellungen über das Onlineshopping-Konto, Viren als Mailanhang. Ohne viel Panikmache - im Internet lauern einige Gefahren für Nutzer und Computer. Oft sind sich Nutzer dessen gar nicht bewusst, viel bleibt auch in Spamfiltern, der Firewall und anderen automatischen Schutzmaßnahmen stecken. Am sichersten fährt aber, wer sich einen guten Grundschutz aufbaut. Hier folgen einige Tipps, wie man seinen Rechner sicher machen kann.

Zusätzlicher Schutz auch bei Macs notwendig

"Jeder kann von sich aus das Risiko minimieren, sich Viren oder Schadprogramme einzufangen", sagt Sebastian Barchnicki vom Institut für Internetsicherheit. Dazu reichen schon ein paar einfache Handgriffe für Windows und Mac. Mac? Ja, auch die silbernen Rechner sind längst nicht mehr unantastbar. Ihre steigende Verbreitung machen sie auch für Kriminelle attraktiv. Zusätzlicher Schutz schadet nicht.

Software immer wieder erneuern

Erste und vielleicht wichtigste Maßnahme gegen schädliche Software ist, das eigene System und dessen Programme aktuell zu halten. Veraltete Software ist das größte Einfallstor für Angriffe. Gerade alte Betriebssysteme wie Windows XP sind eine Einladung für Hacker. Jeder Code hat Lücken und Fehler, welche die Hersteller mit der Zeit ausbessern und stopfen, damit sie nicht ausgenutzt werden. Updates sind daher äußerst wichtig. Wer sie nicht ausführt, lässt die digitale Tür weit offen stehen. Beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn rät man dazu, für den Internetzugang ein eigenes Benutzerkonto ohne Administratorenrechte auf dem Rechner einzurichten. So erhält ein Angreifer im Falle einer Infektion des Computers nicht vollen Zugriff.

Ein sicherer Router

Der zweite Weg, um Viren von vornherein draußen zu halten, ist ein vernünftiger Router mit aktueller Firmware. Auch hier sollten Nutzer auf Updates für Sicherheitslücken achten, die immer wieder auftreten können. Aber wie erkennt man, ob der Router sicher ist? Fabian Scherschel von Heise Security, rät zum Test im Netz. Die Sicherheitsexperten bieten eine mit dem niedersächsischen Landesdatenschutzbeauftragten entwickelte Überprüfung an, ob irgendwo ein digitales Türchen offensteht.

Auch eine anständige Firewall hilft, ungebetene Daten erst gar nicht auf den Rechner zu lassen und alle offenen Einfallstore zu schließen. Die mitgelieferten Lösungen von Windows und OS-X sollten deswegen immer aktiviert sein. Auch wenn ein Programm danach fragt, sollte man sie nicht ausschalten.

Browser immer auf dem neusten Stand

Ein moderner Browser wie Firefox oder Chrome hilft beim sicheren Surfen im Netz. Die Browser-Erweiterung "https Everywhere" sorgt dafür, dass wenn immer es möglich ist, eine verschlüsselte Verbindung zu einer Website aufgebaut wird. Spionieren wird so erschwert. Auch Werbeblocker schützen. Nicht nur weil die für weniger blinkende Banner auf dem Bildschirm sorgen, sie können auch vor einer unbemerkten Infektion des Rechners schützen. Hinter manchem animierten Werbebanner kann nämlich auch schädliche Software stecken. Die nutzt Lücken im Flash-Plugin aus, ein sensibles Thema für Barchnicki: "Flash zeigt immer wieder zahlreiche Sicherheitslücken, die vom Hersteller nur unzureichend gestopft werden", sagt er und rät dazu, das Flash-Plug-in des Browsers besser abzuschalten.

Beim Antivirenprogram auf Zusatzoptionen achten

Ist der Rechner derart abgesichert, braucht man noch ein Antiviren-Programm, um den Grundschutz komplett zu machen. Virenschutz gibt es als kostenlose und als kostenpflichtige Versionen von zahlreichen Herstellern. Grundsätzlich tun beide ihren Dienst. Sebastian Barchnicki rät aber zur kostenpflichtigen Variante. Sie beherrschen in der Regel einige Scan- und Analysefunktionen besser als ihre Gratisversionen - die Anbieter wollen schließlich auch Geld verdienen. Bei den Gratisversionen wird außerdem häufig versucht, Nutzern zusätzliche Software wie Toolsbars oder Adware unterzujubeln, die ihrerseits ein Sicherheitsrisiko sein kann. Deswegen muss bei der Installation auf bereits gesetzte Zusatzoptionen geachtet werden.

Sich über Neuigkeiten informieren

Mit diesen Tipps ist der eigene Rechner schon sicherer. Doch die Bedrohungslage ändert sich ständig. Deswegen lohnt es sich, immer auf dem Laufenden zu bleiben. Dabei hilft beispielsweise ein Newsletter des BSI, der vor aktuellen Gefahren warnt und Tipps zum Selbstschutz gibt. Er lässt sich über die Internetseite des BSI bestellen. Allen digitalen Gefahren zum Trotz, kann also jeder Nutzer einiges zur eigenen Sicherheit beitragen.

Quelle: DPA

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