Versandhandel

Geschenke-Kauf online: Regeln und Fristen

Weihnachtsgeschenke werden gerne online gekauft, weil es für viele bequemer und einfacher ist. Damit an Heiligabend auch alle Geschenke unterm Baum liegen, gibt es beim Versandhandel Regeln und Fristen, auf die man achten sollte.

WeihnachtseinkaufFür schnell benötigte Weihnachtsgeschenke bieten einige Händler Express-Sendungen an.© detailblick / Fotolia.com

Frankfurt/Main - Bis kurz vor Heiligabend können Weihnachtsgeschenke im Internet bestellt werden. Viele Händler werben mit kurzfristigen Bestellfristen und versprechen, dass Pakete rechtzeitig unterm Tannenbaum liegen. Was aber, wenn die Händler die Frist doch nicht einhalten? Schadenersatzforderungen sind für Kunden fast unmöglich, warnen Verbraucherschützer.

Pünktlich zu Weihnachten da: Bis wann sind Bestellungen noch möglich?

Die meisten Versandhändler wie etwa Otto, Zalando oder Amazon raten ihren Kunden, Standardbestellungen einige Tage vor Heiligabend abzugeben. Gegen einen Aufpreis sind jedoch überall Expresssendungen möglich. Otto verspricht etwa, dass im Lager vorrätige Artikel im Rahmen der 24-Stunden-Lieferung auch am 23. Dezember noch bestellt werden können und rechtzeitig zum Fest ankommen. Für Kurzentschlossene bietet Amazon einen "Evening-Express" an: Bis um 6.00 Uhr morgens an Heiligabend können Geschenke noch bestellt werden - und sollen im Laufe des Tages ankommen. Angaben, ob das mit dem gewünschten Produkt möglich ist, findet man auf der Produktdetailseite. Grundsätzlich gilt es, die Bestellfristen bei jedem Onlinehändler einzeln zu prüfen. So benötigen etwa personalisierte Geschenke wie etwa ein Fotokalender länger als eine bereits vorrätige Kaffee-Maschine.

Bis wann muss ein Paket versendet werden?

Paketdienstleister wie DHL, DPD, oder Hermes haben laut des Deutschen Verbands für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation (DVPT) unterschiedliche Lieferfristen vor Weihnachten. Hier gilt es individuell zu prüfen, wie lange welcher Versanddienstleiter benötigt. DHL etwa informiert, dass alle Pakete, die bis zum 23.12. um 10 Uhr in einer Postfiliale eingeliefert werden, in der Regel bis Heiligabend ankommen – garantieren möchte man jedoch nichts. Damit ein Standard-Paket in Deutschland rechtzeitig ankommt, sollte es mindestens vier Tage vor Heiligabend verschickt werden, rät der Verband. Pakete innerhalb Europas bräuchten dagegen mindesten sechs Tage Vorlauf, für den Rest der Welt sollten Verbraucher mit 14 bis 20 Tagen rechnen.

Strengere Regeln für angekündigte Liefertermine

Seit der Gesetzesänderung vom 13. Juni 2014 gelten für Versandunternehmen "strengere Regeln", sagt Christian Gollner von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Unternehmen müssen seitdem den Termin nennen, bis zu dem sie die Ware spätestens liefern. Wenn ein Händler damit wirbt, dass das Päckchen bis Heiligabend da sei, muss es auch beim Kunden pünktlich zum Fest ankommen. Zusätze wie "ca." oder "voraussichtlich" sind nicht zulässig, findet man jedoch trotzdem noch häufig.

Wenn die Lieferfrist überschritten wird

Rein rechtlich gerät der Versandhändler bei Überschreitung der maximalen Lieferfrist in Verzug. Das bedeute, dass er dann einen "möglicherweise entstandenen Schaden" ersetzen müsse, erklärt Gollner. Doch im Falle eines verspäteten Weihnachtsgeschenkes sei es wohl unmöglich, den Schaden in Geld zu beziffern. Deshalb seien dem Verbraucher wohl die Hände gebunden.

Widerrufsrecht nach Weihnachten bei vielen Händlern verlängert

Grundsätzlich gilt: Wer die Ware nach dem Fest nicht mehr gebrauchen kann, kann einfach von seinem Widerrufsrecht Gebrauch machen. Innerhalb von 14 Tagen nach dem Bestellauftrag kann er die Bestellung zurückschicken und bekommt sein Geld wieder erstattet. Während Kunden im Standardversand auch die Versandkosten erstattet bekämen, sei dies bei Expresssendungen anders, warnt Gollner. Die zum Teil erheblichen Zusatzkosten für die schnelle Lieferung bekämen Kunden nicht zurück.

Ungünstig wird es nur, wenn man früh mit dem Bestellen des Weihnachtsgeschenkes war und die 14 tägige Frist schon abgelaufen ist. Viele Online-Händler verlängern daher die Rückgabefrist nach Weihnachten und drücken auch mal ein Auge bei schon länger vorab bestellten Weihnachtsgeschenken zu.

Quelle: AFP

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